Mädchen im Irak zu Tode gequält: Mutter des Kindes sagt im Prozess gegen Deutsche aus

München - Vor dem Oberlandesgericht München geht am Mittwoch der Prozess um ein verdurstetes jesidisches Sklavenmädchen weiter. Die mutmaßliche Mutter des Kindes soll erneut als Zeugin vernommen werden.

In München wird der Prozess gegen Jennifer W. vor dem OLG fortgesetzt.
In München wird der Prozess gegen Jennifer W. vor dem OLG fortgesetzt.  © Peter Kneffel/dpa

Angeklagt ist die aus Niedersachsen stammende Deutsche Jennifer W., sie soll sich der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak angeschlossen haben und steht wegen Kriegsverbrechen und Mordes durch Unterlassen vor Gericht.

So soll sie laut Anklage dabei zugesehen haben, wie ihr irakischer Ehemann das Kind im Jahr 2015 bei praller Sonne und großer Hitze im Hof an einem Fenstergitter festband und verdursten ließ.

Die Zeugin tritt als Nebenklägerin auf und hatte schon an vorherigen Verhandlungstagen ausgesagt, die Angeklagte aber zunächst nicht erkannt. "Es ist jetzt sehr lange her", hatte die Jesidin im Gerichtssaal in München erklärt.

Nach einer Verhandlungspause revidierte sie ihre Aussage allerdings und sagte schließlich, sie habe die Angeklagte an ihren schwarzen Augen und ihren Haaren erkannt.

Die Anwälte von Jennifer W. werfen der Zeugin aus diesem Grund deutlich vor, sie verstricke sich in Widersprüche.

Die Vorwürfe gegen Jennifer W. (r.) wiegen schwer, ein kleines Mädchen ist tot.
Die Vorwürfe gegen Jennifer W. (r.) wiegen schwer, ein kleines Mädchen ist tot.  © Peter Kneffel/dpa

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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