Ein Leben ohne Angst: Knobloch fordert Aufschrei gegen Judenhass

München - Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat die Bundesregierung aufgerufen, Juden in Deutschland ein Leben ohne Angst zu gewährleisten.

Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sieht Handlungsbedarf bei der Bundesregierung.
Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sieht Handlungsbedarf bei der Bundesregierung.  © DPA

"Die Verunsicherung in der jüdischen Gemeinschaft ist heute groß, und ich kann jeden verstehen, der sich hierzulande nicht öffentlich sichtbar als jüdisch zu erkennen geben will", teilte Knobloch der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in München mit.

"Mit diesem Zustand dürfen wir uns aber nicht abfinden."

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hatte der Funke Mediengruppe gesagt, er könne es Juden nicht empfehlen, "jederzeit überall in Deutschland die Kippa zu tragen" (TAG24 berichtete). Er begründete dies mit der "zunehmenden gesellschaftlichen Enthemmung und Verrohung", die ein fataler Nährboden für Antisemitismus sei.

"Die staatlichen Stellen stehen auch weiterhin in der Pflicht, die Sicherheit jüdischer Menschen in Deutschland zu gewährleisten", stellte Knobloch klar. Bayerns Innenminister Herrmann hatte Juden ermutigt sich in der Gesellschaft weiter zu zeigen und auch der Antisemitismus-Beauftragte der bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle will keine "No-Go-Areas" im Freistaat sehen (TAG24 berichtete).

"Jüdisches Leben muss in ganz Deutschland ohne Angst möglich sein", forderte die Präsidentin. Dafür brauche es ein gezieltes Vorgehen der Politik und einen Aufschrei gegen Judenhass aus der Gesellschaft.

Die Warnung des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung an die Juden, überall in Deutschland die Kippa zu tragen, wird von vielen auf das Schärfste kritisiert.
Die Warnung des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung an die Juden, überall in Deutschland die Kippa zu tragen, wird von vielen auf das Schärfste kritisiert.  © DPA

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