CSU-Klatsche bei Landtagswahl in Bayern! SPD mit historischem Tief

München - Krachende Niederlage für die sonst kraftstrotzende CSU: Ihre absolute Mehrheit in Bayern ist dahin. Für die SPD geht es bei der Landtagswahl ebenfalls tief in den Keller. Es gibt aber auch gleich mehrere große Gewinner.

Markus Söder (r.) und die CSU haben in Bayern einen herben Rückschlag kassiert.
Markus Söder (r.) und die CSU haben in Bayern einen herben Rückschlag kassiert.  © DPA

Politisches Beben in Bayern! Bei der Landtagswahl hat die erfolgsverwöhnte CSU am Sonntag dramatische zweistellige Verluste hinnehmen müssen und ihre absolute Mehrheit verloren.

Die Partei von Ministerpräsident Markus Söder (51) und des Vorsitzenden Horst Seehofer (69) fuhr ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950 ein und schwächt damit auch ihre Position in der großen Koalition von Kanzlerin Angela Merkel (64, CDU).

Die SPD von Natascha Kohnen (50) brach noch stärker ein als vorhergesagt und verlor mit ihrem historisch schlechtesten Landesergebnis ihre Position als zweitstärkste Kraft in Bayern deutlich.

Wahlgewinner sind Grüne und AfD mit zweistelligen Ergebnissen. Die AfD zieht erstmals ins Maximilianeum ein und ist jetzt in 15 von 16 Landtagen vertreten. Die Grünen sind für die kommenden fünf Jahre die zweitstärkste Kraft.

Die FDP musste zunächst noch bangen, ob sie nach fünf Jahren Abwesenheit die Rückkehr ins Parlament schafft. Die Linke verfehlte den Einzug hingegen erneut klar.

Alle Informationen, Hochrechnungen sowie Stimmen sind in unserem TAG24-Liveticker nachzulesen.

Update 15. Oktober 1.07 Uhr

Während alle anderen Parteien inzwischen wissen, woran sie sind, geht es für die FDP noch immer um alles. Aktuell sind die Liberalen im Landtag - mit 5,0 Prozent. FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen (37) sagte bereits in der Münchner Runde: "Ich bleibe so lange wach, bis die letzte Stimme ausgezählt ist."

Drücken wir die Daumen, dass es mit einer Entscheidung nicht mehr lange dauert.

Update 15. Oktober 0.58 Uhr

Die SPD ein Fall für das Münchner Prinzregententheater? Sieht ganz so aus! Münchens früherer SPD-Oberbürgermeister Ude will sich mit dem Wahldesaster seiner Partei bald auch kabarettistisch auseinandersetzen.

Er werde das im Prinzregententheater in seinem Programm "Ude & Friends" satirisch aufgreifen, sagte er noch am späten Sonntagabend im BR-Fernsehen.

Aber an den Pointen müsse er erst noch feilen. "Heute ist erst einmal ein Tag des Entsetzens und der Trauer", betonte Ude, der vor fünf Jahren SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl war. Na dann ...

Update 15. Oktober 0.53 Uhr

Die herbe Wahlniederlage der SPD führen die bayerischen Jusos übrigens - wie so viele andere auch - auf die GroKo in Berlin zurück. "Die Koalition mit CDU/CSU war ein Fehler und dies bewahrheitet sich nun in aller Härte für uns an diesem Wahlabend", teilte Stefanie Krammer vom SPD-Nachwuchs mit.

Die Koalition zu beenden, sei der einzig logische Schluss. "Nur so können wir uns voll und ganz auf die Aufarbeitung der Ergebnisse und den Erneuerungsprozess konzentrieren", erklärte Krammer weiter.

Update 15. Oktober 0.48 Uhr

Hat die CSU die Zeichen der Zeit nicht erkannt? Die Verluste der Partei liegen nach Ansicht des Passauer Politikwissenschaftlers Heinrich Oberreuter an strategischen und taktischen Fehlern. "Die CSU hat die Zeichen der Zeit verkannt", sagte er am Sonntagabend im "Rundschau Magazin" des BR. Volksparteien seien durch neue Lebensstile und gesellschaftliche Entwicklungen gefordert. "Das wollte man nicht hören, darauf hat man nicht reagiert", erklärte Oberreuter zu den Christsozialen.

Zur Erinnerung: Die CSU verlor die absolute Mehrheit und fuhr ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950 ein.

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Update 15. Oktober 0.40 Uhr

Bei einer Wahlbeteiligung von aktuell 72,0 Prozent verliert die CSU somit im Vergleich zum Jahr 2013 insgesamt 10,5 Prozent, die SPD gar 11. Für die Freien Wähler geht es 2,7 Prozent nach oben, die Grünen legen 9,1 und die FDP 1,7 Prozent zu. Auch die Linke kann ein Prozent zulegen, für den Einzug in den Landtag reicht dies aber nicht ansatzweise. Die AfD kommt aus dem Stand auf 10,3 Prozent der Stimmen.

Update 15. Oktober, 0.35 Uhr

Noch immer liegt kein vorläufiges amtliches Endergebnis vor. Dafür gibt es eine neue Hochrechnung von 0 Uhr, die wohl sehr nah an dem Endergebnis liegen dürfte. Hierbei kommt die CSU auf 37,2 Prozent, die Grünen auf 17,7. Auf Platz drei landen die Freien Wähler mit aktuell 11,7 Prozent, gefolgt von AfD (10,3 Prozent), SPD (9,6), FDP (5,0) und Linke (3,1).

Update 22 Uhr

Die heftigsten Verluste im Vergleich zur letzten Bayernwahl 2013 haben die Koalitionsparteien CSU und SPD hinnehmen müssen. Die Christdemokraten büßten mehr als 10 Prozent der Stimmen ein, die Sozialdemokraten machten 11 Prozent Miese. Dagegen konnten die Grünen ihr Ergebnis verdoppeln. Die Freien Wähler und die AfD verbuchen Zugewinne.

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Update 21.35 Uhr

Den bisherigen Hochrechnungen zufolge hätte eine Koalition von CSU und Freien Wählern eine Mehrheit. Laut dem Chef der Partei wolle man der CSU mehrere Vorschläge vorlegen. "Und ich bin überzeugt, die CSU wird anbeißen", sagte Aiwanger. Für CSU-Ministerpräsident Söder ist das Wahlergebnis schmerzhaft.

Update 21.05 Uhr

Für den italienischen Rechtspopulisten Matteo Salvini (45) hat durch das bayrische Wahlergebnis die alte europäische Ordnung ausgedient.

"In Bayern hat der Wandel gewonnen und die Europäische Union hat verloren", erklärte der Vize-Premier und Chef der rechten Lega. Es sei eine "historische Niederlage für die Christdemokraten und Sozialisten, während das erste Mal die Freunde der AfD in das regionale Parlament einziehen", so Salvini. "Arrivederci Merkel, Schultz und Juncker", so Salvini, der am Sonntag einen Auftritt der Kastelruther Spatzen für Wahlkampf nutzte.

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Update 20.57 Uhr

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (40, CDU) hat das Wahlergebnis in Bayern als "schwarzen Sonntag" für die Union bezeichnet.

Die CSU sei nun am Zug, das Resultat intensiv zu analysieren. "Die CSU hat in den vergangenen Monaten in München und Berlin unter ihren Möglichkeiten Politik gemacht. Teils dramaturgische Einlagen kamen beim Wähler nicht gut an. Dafür hat es nun einen Denkzettel gegeben", teilte Hans am Abend in Saarbrücken mit. Der Denkzettel treffe aber auch die SPD.

Titelfoto: DPA

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