Mädchen (11) vergewaltigt: Warum war der Verdächtige auf freiem Fuß?

München - Es ist ein Übergriff, der in Deutschland für Fassungslosigkeit und Wut sorgt: Die Fachaufsicht für den Maßregelvollzug in Bayern wird den Münchner Vergewaltigungsfall eines erst elf Jahre alten Mädchens überprüfen.

In München wurde ein elf Jahre altes Mädchen Opfer von sexuellem Missbrauch.
In München wurde ein elf Jahre altes Mädchen Opfer von sexuellem Missbrauch.  © DPA (Bildmontage)

Das passiere nur in Einzelfällen, "etwa aufgrund eines gravierenden Lockerungsmissbrauchs oder einer schweren Straftat im Rahmen einer Lockerung", teilte das Zentrum Bayern Familie und Soziales - Amt für Maßregelvollzug in Nördlingen auf Anfrage am Freitagmorgen mit.

Ein 43 Jahre alter Mann soll das wehrlose Mädchen am Dienstag ins Gebüsch gezerrt und schwer sexuell missbraucht haben. Er ist nach Angaben der Ermittler einschlägig vorbestraft und war zudem für einige Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht, bevor er zuletzt in einer therapeutischen Wohngemeinschaft wohnte.

"Der Verdächtige war aufgrund richterlicher Entscheidung im Maßregelvollzug untergebracht und befand sich in der Lockerungsstufe des sogenannten Probewohnens", hieß es in der übermittelten Erklärung der Fachaufsicht weiter.

Straftäter können zu Freiheitsstrafen verurteilt werden, die in entsprechenden Justizvollzugsanstalten verbüßt werden, oder zum Maßregelvollzug in dafür besonders ausgestatteten psychiatrischen Kliniken und Entziehungsanstalten. Diese werden auch als forensische Kliniken bezeichnet.

Das kann beispielsweise für drogenabhängige oder psychisch kranke Menschen zutreffen.

Insgesamt 14 forensische Kliniken im Freistaat bayern

Im gesamten Freistaat Bayern gibt es 14 solche Einrichtungen, in denen aktuell rund 2600 Personen untergebracht sind.

Über Lockerungen entscheiden nach Angaben des Zentrums Bayern Familie und Soziales die Leitungen des Maßregelvollzugs unter anderem in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft als Vollstreckungsbehörde und der Polizei. "Grundsätzlich werden Lockerungsentscheidungen von der Fachaufsicht nicht überprüft", hieß es.

Ausnahmefälle wie bei Straftaten während der Lockerung würden aber überprüft, falls erforderlich mit Hilfe forensisch-psychiatrischer Experten.

Der Verdächtige soll bei der Vergewaltigung des Mädchens eine Wolfsmaske getragen haben.
Der Verdächtige soll bei der Vergewaltigung des Mädchens eine Wolfsmaske getragen haben.  © DPA

Titelfoto: DPA

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