Ein Jahr nach Kreuzerlass: Markus Söder offen für Kritik

Augsburg - Ein Jahr nach dem äußerst umstrittenen Kreuzerlass der bayerischen Staatsregierung zeigt sich Markus Söder (52) offen für Kritik. Der Ministerpräsident des Freistaats bleibt seiner Linie treu.

Markus Söder zeigt sich ein Jahr nach dem Kreuzerlass offen für kritische Stimmen.
Markus Söder zeigt sich ein Jahr nach dem Kreuzerlass offen für kritische Stimmen.  © DPA

Er stehe zwar "selbstverständlich" noch zu dem Beschluss, im Eingangsbereich sämtlicher Landesbehörden ein Kruzifix anzubringen, sagte der Chef der CSU der Augsburger Allgemeinen.

Über die Art und Weise der Einführung könne man aber sicher diskutieren.

Auf Initiative von Söder hatte das bayerische Kabinett vor einem Jahr beschlossen, dass im Eingangsbereich jeder Landesbehörde ein Kreuz aufgehängt werden soll. Dies war bundesweit und auch von Kirchenvertretern als Instrumentalisierung für Wahlkampfzwecke kritisiert worden.

Ob der Kreuzerlass auch in allen Landesbehörden umgesetzt wird, kann Söder nicht sagen. "Das weiß ich nicht zu 100 Prozent", sagte er der Zeitung. "Dafür ist das Innenministerium zuständig, aber wir haben das immer sehr liberal gehandhabt."

Der "Runde Tisch" zum Kreuzerlass, den Söder damals angesichts der breiten Kritik angekündigt hatte, fand nach Informationen der Zeitung nie statt. Dies bestätigte auch das Erzbistum München und Freising.

"Wir stehen im guten Dialog mit der Staatsregierung, es gibt einen produktiven Austausch über aktuelle Themen", sagte ein Sprecher dem Blatt. "Ein Treffen im Rahmen eines von Markus Söder angekündigten Runden Tisches hat aber bislang nicht stattgefunden."

Markus Söder hat vor einem Jahr mit dem umstrittenen Kreuzerlass für Aufsehen gesorgt.
Markus Söder hat vor einem Jahr mit dem umstrittenen Kreuzerlass für Aufsehen gesorgt.  © DPA

Titelfoto: DPA

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