Museum gibt sterbliche Überreste an Australien zurück

München - Das Museum Fünf Kontinente in München gibt die sterblichen Überreste eines indigenen Australiers an seine Nachfahren zurück.

Das Museum Fünf Kontinente in München gibt die Sterblichen Überreste eines Australiers an seine Nachfahren zurück.
Das Museum Fünf Kontinente in München gibt die Sterblichen Überreste eines Australiers an seine Nachfahren zurück.  © Museum Fünf Kontinente

Zu der Zeremonie am Dienstag werden neben Kunstminister Bernd Sibler (CSU) auch die australische Botschafterin Lynette Wood erwartet sowie der Älteste der Gruppe der Gimuy Walubara Yidindji People, Gudju Gudju Fourmile, der auch das Oberhaupt der Gemeinschaft ist.

Sie werden auch die Übergabedokumente unterzeichnen. Der Umgang mit menschlichen Überresten wird seit den 1990er Jahren verstärkt diskutiert. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe des Deutschen Museumsbundes hatte dafür 2013 Empfehlungen erarbeitet.

Es sei eine wichtige Aufgabe aller Museen und Sammlungen, die Herkunft solcher Sammlungsgüter zu erforschen und sie gegebenenfalls zurückzugeben, sagte Sibler im Vorfeld.

Die 1862 gegründete Königlich Ethnographische Sammlung war nach eigenen Angaben das erste ethnologische Museum Deutschlands. Im September 2014 wurde es in Museum Fünf Kontinente umbenannt.

Update 12.30 Uhr: Rückgabe der sterblichen Überreste erfolgt

Die sterblichen Überreste des indigenen Mannes aus Australien sind an seine Nachfahren zurückgegeben worden. Es sei ein Moment der Trauer, aber auch des Glücks, sagte der Älteste der Gemeinschaft, Gudju Gudju Fourmile, bei der Restitution im Museum Fünf Kontinente in München, wo der mumifizierte Leichnam seit 1889 lagerte.

Forscher hatten die Leiche des Oberhaupts, genannt Yidinji Ancestral King, laut Kunstministerium 1876 bei einer Bestattungszeremonie im Gebiet des heutigen Queensland gestohlen. Möglicherweise wollten sie mit dem Verkauf die Expedition finanzieren. Auch der Leichnam der Ehefrau sei damals gestohlen worden, aber nicht entdeckt worden.

Fourmile nutzte die Rückgabe, die mit einer Räucherzeremonie begonnen hatte, für eine politische Stellungnahme. Der koloniale Blick auf die Aborigines sei noch heute vorhanden. Ihr Ziel sei aber, als souveräne Gemeinschaften in den Commonwealth aufgenommen zu werden. Eine Stellungnahme war das Tuch über der Kiste mit den Überresten: Die Flagge der Aborigines, schwarz-rot mit einem gelben Kreis.

Im Museum Fünf Kontinente werden viele ethnologische Stücke aus der ganzen Welt gezeigt.
Im Museum Fünf Kontinente werden viele ethnologische Stücke aus der ganzen Welt gezeigt.  © Museum Fünf Kontinente

Titelfoto: Museum Fünf Kontinente

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