Jüdischer Weltkongress ehrt Merkel in München: "Herausragende Persönlichkeit"

München - Bundeskanzlerin Angela Merkel wird vom Jüdischen Weltkongress am Montag (19.00) in München mit dem Theodor-Herzl-Preis ausgezeichnet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird vom Jüdischen Weltkongress geehrt. (Archivbild)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird vom Jüdischen Weltkongress geehrt. (Archivbild)  © Gregor Fischer/dpa

"Wenige Wochen nach dem Anschlag von Halle und ein Jahr nach dem Attentat auf die Tree-of-Life-Synagoge im amerikanischen Pittsburgh wird mit der Preisverleihung ein deutliches Zeichen gegen Judenhass gesetzt", teilte der Jüdische Weltkongress (WJC) mit.

Mit dem Preis ehrt der WJC jährlich "herausragende Persönlichkeiten, die sich für Theodor Herzls Ideal einer sicheren und toleranten Welt für das jüdische Volk einsetzen". Herzl hatte vor dem Ersten Weltkrieg für die Gründung eines jüdischen Staates gekämpft. Frühere Preisträger waren die Familie Rothschild, der frühere US-Präsident Ronald Reagan, der frühere israelische Präsident Shimon Peres und der deutsche Verleger Axel Springer.

Die Laudatio auf Merkel (CDU) hält der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder. Die Veranstaltung findet im Gemeindehaus der Israelitischen Gemeinde in München direkt neben der Synagoge statt.

In Halle hatte ein 27-jähriger Deutscher am Jüdischen Feiertag Jom Kippur vor drei Wochen versucht, mit einem Gewehr in eine Synagoge einzudringen. Als das misslang, erschoss er auf der Straße eine 40-jährige Frau und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss. Der junge Deutsche gab ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv zu. Er sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Der Jüdische Weltkongress vertritt jüdische Gemeinden und Organisationen in 100 Ländern. Lauder hatte nach dem Anschlag in Halle eine "vereinte Front" gegen Neonazis und andere Extremistengruppen gefordert und zugleich gemahnt, jüdische Einrichtungen von der Polizei besser überwachen zu lassen.

2018 war die Zahl antisemitischer Straftaten bundesweit stark gestiegen.

Polizisten stehen nach dem Anschlag in Halle um die Münchener Synagoge. (Archivbild)
Polizisten stehen nach dem Anschlag in Halle um die Münchener Synagoge. (Archivbild)  © Lino Mirgeler/dpa

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