Tod wegen Selfie: 17-Jähriger erliegt Verletzungen nach brutalen Messerstichen

München - Der 17 Jahre alter Schüler, der am Karfreitag in München Opfer einer Messerattacke wurde, erlag am Freitag seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Wegen Selfies und eines kaputten Handys musste ein junger Mann sterben. (Symbolbild)
Wegen Selfies und eines kaputten Handys musste ein junger Mann sterben. (Symbolbild)  © 123RF

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, ist es den Ermittlern mittlerweile gelungen, den mutmaßlichen Täter, der nach dem Angriff mit einem Begleiter flüchtete, zu verhaften.

Da vermutet wurde, dass sich der Angreifer im Ausland aufhalten könnte, wurde wenige Tage nach der Tat mit einem Europäischen Haftbefehl nach dem Mann gefahndet.

Der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den französischen Behörden sei es laut Polizei zu verdanken, dass der Verdächtige - ein 21 Jahre alter Afghane aus dem Landkreis Straubing - am vergangenen Donnerstag im Großraum Paris festgenommen werden konnte.

Gegen ihn wird nun wegen eines vollendeten Tötungsdelikts ermittelt.

Auch der Freund des Messerstechers konnte von den französischen Ermittlern identifiziert werden. Der 20-jährige Afghane aus dem Landkreis München hatte den 17-Jährigen damals mit einer Getränkedose beworfen und anschließend auf ihn eingeprügelt. Er wurde am Freitag ebenfalls im Großraum Paris verhaftet.

Beide Männer warten nun auf ihre Auslieferung nach Deutschland.

17-Jähriger vor Tankstelle in Münchner Altstadt niedergestochen

Der mutmaßliche Täter wurde im Großraum Paris verhaftet. (Symbolbild)
Der mutmaßliche Täter wurde im Großraum Paris verhaftet. (Symbolbild)  © 123RF

Wie damals berichtet, ereignete sich der Vorfall vor einer Tankstelle in der Herzog-Wilhelm-Straße. Das 17-jährige Opfer war mit vier Freunden dort, um Leergut abzugeben.

Zur gleichen Zeit befand sich eine vierköpfige Gruppe ebenfalls in der Tankstelle.

Der 17-Jährige machte Selfies von sich und seinen Freunden. Darüber regte sich einer der Männer aus der anderen Gruppe, die aus zwei Männern und zwei Frauen bestand, dermaßen auf, dass er dem Jugendlichen den Inhalt einer Getränkedose in das Gesicht schüttete.

Den Angreifer störte es, dass eventuell Personen aus seiner Gruppe auf den Aufnahmen zu sehen sein könnten.

Daraufhin eskalierte die Situation: Zwischen den beiden Gruppen kam es zu Handgreiflichkeiten, in deren Folge das Smartphone des 17-Jährigen auf den Boden fiel.

Als der Jugendliche feststellte, dass das Display aufgrund des Sturzes gesprungen war, ging er der anderen Gruppe mit einem Freund hinterher, um über den entstandenen Schaden zu sprechen.

Es blieb jedoch nicht bei einem Wortwechsel. Es kam zur Auseinandersetzung, in Folge derer der 17-Jährige und sein 18 Jahre alter Begleiter Stich- und Schnittverletzungen davontrugen.

Den 17-Jährigen hatte es besonders schwer erwischt, er verlor das Bewusstsein und ging zu Boden. Sein Freund erlitt leichte Verletzungen, leistete erste Hilfe und alarmierte die Rettungskräfte.

Unter laufender Reanimation wurde der Jugendliche damals in eine Krankenhaus gebracht. Nun ist er seinen schweren Verletzungen erlegen.

Titelfoto: 123RF

Mehr zum Thema München Crime:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0