Vorstoß: Kommt Auskunftspflicht für Mütter über leibliche Väter?

München - Mütter von sogenannten Kuckucks-Kindern sollen nach Meinung von Bayerns Justizministers Georg Eisenreich (48, CSU) zur Auskunft über den leiblichen Vater verpflichtet werden.

Geht die fehlende Auskunftspflicht zu Lasten des Kindes? (Symbolbild)
Geht die fehlende Auskunftspflicht zu Lasten des Kindes? (Symbolbild)  © DPA

"Scheinväter haben grundsätzlich ein Recht zu erfahren, wer der leibliche Vater des Kindes ist", sagte Eisenreich der Rheinischen Post. Wenn ein Mann erfahre, dass er nicht der leibliche Vater des Kindes sei, könne er zu Unrecht gezahlten Unterhalt vom leiblichen Vater zurückverlangen.

Bisher gibt es keinen gesetzlichen Anspruch gegenüber der Mutter, den leiblichen Vater ihres Kindes oder ihrer Kinder zu nennen.

Eisenreich fürchtet, dass sich die fehlende Auskunftspflicht zu Lasten des Kindes auswirken könnte. "Weiß der Scheinvater, dass er nicht der leibliche Vater ist, wird er sich möglicherweise weigern, weiterhin Unterhalt zu bezahlen - gerade dann, wenn er den Namen des richtigen Vaters nicht kennt", erklärte der CSU-Politiker.

Die Justizministerkonferenz, die in Lübeck tagen wird, soll das Bundesjustizministerium zu einem Gesetz auffordern, welches die Auskunftspflicht von Müttern gegenüber Scheinvätern festschreibt.

Ein ähnlicher Gesetzentwurf des damaligen Justizministers Heiko Maas (52, SPD) scheiterte 2016 im Bundestag.

Mütter könnten zur Auskunft über den leiblichen Vater ihres Kindes verpflichtet werden. (Symbolbild)
Mütter könnten zur Auskunft über den leiblichen Vater ihres Kindes verpflichtet werden. (Symbolbild)  © DPA

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