Blutige Stierkämpfe: Haben die Qualen bald ein Ende? Neu Vollsperrung der A49, weil ein Wohnmobil in Flammen steht Neu Porsche sucht in Dresden nach neuen Mitarbeitern 52.913 Anzeige Aufstieg perfekt! Löwen nach Remis in Feierlaune Neu Du kannst Programmieren? Dann suchen wir genau Dich! 19.471 Anzeige
2.844

NSU-Prozess: Plädoyer mit Hitler-Zitaten

Prozess in München: Die Anklage wirft Ralf Wohlleben Beihilfe zum neunfachen Mord vor

Die Verteidiger des mutmaßlichen NSU-Waffenbeschaffers Ralf Wohlleben verschärfen den Ton im NSU-Prozess in München massiv.

München - Es war am Ende eher eine völkische Kampfrede als ein Plädoyer in einem Strafprozess. Das Wort im Oberlandesgericht (OLG) München hatte am Donnerstagnachmittag Rechtsanwalt Wolfram Nahrath, einer der drei Verteidiger von Ralf Wohlleben.

Die Angeklagten Holger G. (hinten) und Ralf Wohlleben sitzen im Gerichtssaal im Oberlandesgericht in München (Bayern).
Die Angeklagten Holger G. (hinten) und Ralf Wohlleben sitzen im Gerichtssaal im Oberlandesgericht in München (Bayern).

Wohlleben ist im NSU-Prozess angeklagt, weil er die Terrorgruppe NSU bei der Gründung unterstützt und deren Mordwaffe vom Typ "Ceska" organisiert haben soll. Nahrath selber war Funktionär der NPD.

Im Kern sprach Nahrath den beiden NSU-Mördern Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nachträglich das Recht ab, sich in ihrem selbstgewählten Gruppennamen "Nationalsozialistischer Untergrund" überhaupt als nationalsozialistisch zu bezeichnen. Wie zum Beleg zitierte er seitenweise Sprüche oder Leitsätze von Hitler, Goebbels und anderen historischen Figuren, die zur Führung der NSDAP gehörten oder als ihre Feinde mit ihr zu tun hatten, aber auch von Churchill.

Für Hitler hatte sich der Anwalt durchweg Friedensbekundungen als Zitate ausgesucht, für den britischen Premier Churchill durchweg kriegerische Aussprüche.

Mit derartigen "Botschaften" hätten sich Mundlos und Böhnhardt wohl nicht beschäftigt, meinte Nahrath. Sie hätten sich wohl eher eine "eigene Ideologie gebastelt", um sich zu rechtfertigen. Für ihren Tod hätten sie dann auch noch den "erweiterten Selbstmord nach einem profanen Banküberfall" gewählt, statt sich eine "heroische" Schießerei mit Polizisten zu liefern, also gleichsam "im Krieg" zu fallen.

Eher politische Schlagworte gab es vorher auch von den beiden anderen Verteidigern Wohllebens, Nicole Schneiders und Olaf Klemke, und zwar an allen drei Verhandlungstagen dieser Woche.

Klemke meinte, es gehe im NSU-Prozess darum, mit Wohlleben "den Nazi zur Strecke zu bringen", weil Mundlos und Böhnhardt ja nicht mehr lebten und einer eben den Sündenbock geben müsse.

Ein mit der Aufschrift "NSU II" versehener Ordner eines Mitglieds aus dem NSU-Ausschuss.
Ein mit der Aufschrift "NSU II" versehener Ordner eines Mitglieds aus dem NSU-Ausschuss.

Mit Verweisen auf die NS-Historie wertete Klemke auch juristische Aspekte der Anklage, die Wohlleben Beihilfe zum neunfachen Mord vorwirft. Das Mordmerkmal der "niedrigen Beweggründe" sei von den Nazis ins Strafgesetzbuch geschrieben worden, referierte er. Es "eignet sich aber offenbar auch im bundesrepublikanischen Gesinnungsstrafrecht".

Klemke unterstellte überdies dem Münchner Senat, der habe sein Urteil seit dem ersten Prozesstag insgeheim gefällt. Er habe darum eigentlich gar nicht plädieren wollen, sagte Klemke, weil das angesichts der Befangenheit der Richter eh sinnlos sei.

Alle drei Verteidiger warfen der Bundesanwaltschaft vor, lediglich "Beweisschnipsel" zu einer lückenhaften Kette zusammengefügt und dabei überdies manipuliert zu haben. Der von den Anwälten als "Kronzeuge" bezeichnete Mitangeklagte Carsten S. sei in Vernehmungen manipuliert worden, um Erinnerungen bei ihm zu wecken, die er gar nicht haben könne.

Anwältin Nicole Schneiders zitierte eine Untersuchung der deutsch-britischen Forensik-Psychologin Julia Shaw und das von ihr beschriebene Phänomen der "verbalen Verschattung": Demnach schwächen sich Erinnerungen an Gerüche, Geräusche oder andere Sinneseindrücke immer dann ab, wenn man versucht, sie in Worte zu fassen. Derart verschattet seien Aussagen von Carsten S. zu verstehen, die Wohlleben schwer belasteten.

Anwalt Klemke meinte, die NSU-Morde seien keineswegs politisch zu erklären. Vielmehr handele es sich bei Mundlos und Böhnhardt um "psychopathologische Serienkiller". Die Morde hätten ihnen den ultimativen "Kick" verschafft. Von Mord zu Mord hätten sie das Entdeckungsrisiko und damit den "Nervenkitzel" gesteigert. Dass sie ihre Opfer fotografierten oder Beutestücke mitnahmen sei "makaber und menschenverachtend", jedoch für "Psychopathen idealtypisch". Davon habe Wohlleben nichts ahnen können.

Alle drei Verteidiger forderten für Wohlleben Freispruch und die sofortige Entlassung aus seiner inzwischen sechseinhalb Jahre währenden Untersuchungshaft.

Fotos: Andreas Gebert/dpa, Marijan Murat/dpa

WM-Stimmung: Hier fiebert schon ein ganzes Viertel mit! Neu Er macht alle Promis platt - und bekommt immer mehr Fans! Neu
Hochschwangere in Güterzug nach Bayern entdeckt! Neu Ultraleichtflieger stürzt in Wald: Pilot tot! Neu Darsteller gesucht: Werde das Gesicht eines coolen Werbespots 3.217 Anzeige Pyro, Freibier und Platzsturm: Energie Cottbus ist zurück in der 3. Liga Neu Vorurteile gegen "farbige Männer": Hayali lässt ihrem Ärger freien Lauf Neu
Angler macht am Ufer einen Schock-Fund Neu Raketen, Rauchbomben und Böller: Relegationsspiel abgebrochen! Neu Urlaub mit Toy-Boy: Diesen Star erkennen wohl eigene Fans nicht Neu Baustelle "im Zeitplan": A20-Krater fast weg, doch das nächste Problem wartet bereits Neu Hubschrauber-Einsatz! Junge steckt bis zur Brust im Watt Neu Frau wird von Exhibitionist überrascht: Ihre Reaktion hat es in sich! Neu Hündin für Stunden im heißen Auto: Strafanzeige gegen Halter Neu Frei laufendes Pferd von Motorrad erfasst Neu AfD-Storch bürgert mit Anti-Islam-Rede DFB-Kicker Mesut Özil aus Neu Ob beruflich oder privat: So beeinflussen Zähne Dein Leben 11.788 Anzeige Einfamilienhäuser zu Plantagen umgebaut und Millionen damit verdient Neu 24-Jähriger ertrinkt vor den Augen seiner Freunde Neu Genitalherpes: Jeder Dritte in Deutschland ist infiziert! 3.004 Anzeige "Mein Schatz": Ist Michelle mit 21 Jahre jüngerem Schlagerstar zusammen? Neu Bauer wird bei tragischem Unfall zu Tode gequetscht Neu GNTM-Gerda postet Bild mit Michalsky: Fans entdecken Mega-Mode-Fauxpas 2.237 Nach heißen Küssen am Strand: Bachelor-Babe Svenja mit Liebes-Statement 1.358 Neue TV-Sendung für Guido Cantz 620 Furchtbar! Flugzeug stürzt ab, Pilot verbrennt 3.668 Diesel-Skandal: 120.000 Daimler müssen zur Prüfung 455 Feuer im Europa-Park: Schaden in Millionenhöhe! 4.685 Streit vor Club am Rheinufer: 21-Jähriger sticht zu 329 Endlich! Bayern-Arena wird zur großen Freude der Fans zerlegt 2.326 Sie wollten zur Demo nach Berlin: Attacke auf AfD-Bus in Leipzig 3.652 Teenager soll Drittklässler (9) sexuell missbraucht haben 2.979 Missbrauch von Kindern: Jugendämter ohne einheitliche Schutz-Standards! 615 Mann will in Burger beißen, was er darin findet, lässt ihn erbrechen 6.637 Knallt's heute bei der AfD-Demo? Zehntausende demonstrieren friedlich 3.994 Update Hinterhalt im Knast: In seinem Kopf steckt eine Machete 2.617 Vor sieben Monaten im Schneesturm gefangen: Polizei entdeckt Leiche 5.119 23-Jährige mitten in der City vergewaltigt 34.870 Schon nächstes Jahr: Porto soll deutlich teurer werden 1.210 Holi Festival ist, wenn auch die Polizei bunt nach Hause geht 392 Ex-Lover outet aufstrebenden Premier-League-Fußballer 5.279 Grausam! Regionalbahn kracht in Rinderherde - Vier Tiere sterben 1.535 Vor 50 Jahren: Sie führten den ersten Geldautomaten Deutschlands ein 750 Kramp-Karrenbauer: AfD bringt Antisemitismus in die Parlamente 1.122 Neuer Vorwurf im Asyl-Skandal: Geld für falsche Angaben genommen 2.599 Wunderwerk oder Schreck-Gestalt? Ist das der Mensch der Zukunft? 2.359 Erstochener Mann auf Gehweg gefunden 7.143 Update 85 Menschen evakuiert: Hier brennt's neben einem Hotel! 6.889 Motorradfahrer stirbt bei schrecklichem Unfall 18.283 Thorsten Legat über Käfigkampf: "Ich nehme die Sache sehr, sehr ernst" 2.401