Millionen-Rabatte für Fluglinien an Bayerns Airports: Grüne üben Kritik

Nürnberg - Die Grünen kritisieren Millionen-Rabatte für Fluggesellschaften im Freistaat scharf. Die Flughäfen München und Nürnberg erkauften sich mit Vergünstigungen und Rabatten für Gesellschaften wie Ryanair Passagierzuwächse.

Der Flughafen Nürnberg steht bei der Debatte vor allem im Fokus. (Archivbild)
Der Flughafen Nürnberg steht bei der Debatte vor allem im Fokus. (Archivbild)  © Daniel Karmann/dpa

"Im Schlepptau des Flughafens München, der sich heuer mit 22 Millionen Euro erneut künstliches Wachstum gekauft hat, wird jetzt auch der Luftverkehr in Nürnberg mit viel Geld befeuert", bemängelte die Grünen-Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer im Hinblick auf die Problematik.

Luftfahrtunternehmen können von den Flughäfen mit einem Rabatt etwa für die Wartung der Maschinen bedacht werden.

Dies erfolgt etwa in Nürnberg im Rahmen des Programmes "Blue Ocean Bonus".

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In den Genuss der Rabatte kommen zum Beispiel Fluggesellschaften, die bisher nicht bediente Streckenverbindungen aufnehmen oder besonders hohe Passagierzahlen erreichen. Die Rabatte laufen in absinkender Höhe für maximal fünf Jahre.

Wie aus der Antwort von Finanzminister Albert Füracker (CSU) auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervorgeht, hat der Flughafen Nürnberg in den Jahren 2014 bis 2018 jeweils acht Fluggesellschaften mit Boni bedacht. Die Summen sind jedoch extrem stark angestiegen. 2014 verteilten sich auf die acht Fluglinien noch 602 000 Euro. Im Jahr 2017 waren es bereits knapp vier Millionen Euro, im Jahr 2018 gar 4,748 Millionen Euro.

Der Flughafen München stellte laut Füracker 22 Millionen Euro zur Verfügung - als "befristete Unterstützung zum Aufbau von Verkehrsverbindungen sowie zur Förderung der Vermarktung, mit dem Ziel, die Auslastung dieser Verbindungen zu verbessern". Füracker ist darüber hinaus Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens Nürnberg, dessen Anteile zu je 50 Prozent Bayern und die Stadt Nürnberg halten.

Diskussion in Bayern: Belastung der Bevölkerung durch Fluglärm

"Der Anstieg der Subventionen für neue Fluglinien von wenigen Hunderttausend auf jetzt fast fünf Millionen Euro pro Jahr ist dabei noch krasser, als in München", kritisierte Ganserer. Hier wird mit vielen Millionen Euro die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner zerstört. Das muss ein Ende haben", betonte sie.

In Nürnberg wird seit geraumer Zeit über die Belastung der Bevölkerung mit Fluglärm diskutiert. Ferner hat die irische Ryanair angekündigt, ihre Basis zu schließen, nur einen Teil des bisherigen Flugangebots aufrechtzuerhalten.

Grüne üben Kritik: Flughäfen München und Nürnberg erkaufen sich mit Vergünstigungen und Rabatten Passagierzuwächse. (Symbolbild)
Grüne üben Kritik: Flughäfen München und Nürnberg erkaufen sich mit Vergünstigungen und Rabatten Passagierzuwächse. (Symbolbild)  © picture alliance/Matthias Balk/dpa

Titelfoto: picture alliance/Matthias Balk/dpa

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