Mitglied der CSU an Neonazi-Aktion beteiligt: Mitglied soll aus Partei fliegen

Nürnberg/München - An einer Aktion von Rechtsextremisten in Nürnberg mit einem anschließenden Fackelmarsch soll unter anderem auch ein Mitglied der CSU beteiligt gewesen sein - die Partei will den Mann deshalb ausschließen.

Markus Blume findet für die Beteiligung des Mitglieds der CSU mehr als klare Worte.
Markus Blume findet für die Beteiligung des Mitglieds der CSU mehr als klare Worte.  © DPA

"Eine solche Aktion ist mit unseren Grundwerten nicht vereinbar, wir verurteilen sie aufs Schärfste", erklärte Generalsekretär Markus Blume (44) am Montag. "Wer sich daran beteiligt, hat in unserer Partei jegliche Mitwirkungsmöglichkeit verwirkt."

Der Parteiausschluss solle entsprechend "schnellstmöglich" erfolgen, sagte Blume.

Die Rechtsextremisten hatten sich Ende Februar in Bayern zunächst mit Fackeln vor einer Flüchtlingsunterkunft versammelt.

Im Anschluss zogen sie mit den dann schließlich angezündeten Fackeln zum einstigen NS-Reichsparteitagsgelände. Dort posierten sie auch auf der Zeppelintribüne, von der einst Adolf Hitler gesprochen hatte.

Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet nun, dass an der Aktion ein 22-jähriges CSU-Mitglied beteiligt gewesen sei. Der Mann sei zwar eigenen Angaben zufolge nach einer Polizeikontrolle vor der Unterkunft gegangen, verteidige den Marsch jedoch. Andere Lichter hätten "nicht so viel Aufmerksamkeit" gebracht, "deswegen waren es halt dann die Fackeln", zitierte ihn der BR.

Blume begründet Maßnahme

Blume erklärte, bislang lägen der CSU weder von der Polizei noch von der zuständigen Staatsanwaltschaft belastbare Aussagen vor, dass es sich um ein CSU-Mitglied handelte.

"Nachdem sich das Mitglied allerdings selbst bekennt und die Aktion verteidigt, wird selbstverständlich sofort gehandelt." Man werde in enger Abstimmung mit dem Bezirksverband "alles in die Wege leiten, um dieses Parteimitglied schnellstmöglich aus der CSU auszuschließen".

CSU-Bezirkschef Michael Frieser (55) betonte: "Gerade in Nürnberg dürfen wir solche widerwärtigen Entgleisungen nicht zulassen und werden eine eventuelle Mitgliedschaft in unseren Reihen mit allen Mitteln beenden." Nach CSU-Angaben ist der junge Mann kein Parteifunktionär, sondern ein einfaches Mitglied.

In Nürnberg waren Rechtsextreme mit Fackeln bis auf das frühere NS-Reichsparteitagsgelände marschiert.
In Nürnberg waren Rechtsextreme mit Fackeln bis auf das frühere NS-Reichsparteitagsgelände marschiert.  © DPA

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema München Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0