Kritik der Bayern-Bosse: Das denken Sammer, Matthäus und Thon zur PK

München - Matthias Sammer (51), früherer Sportvorstand des FC Bayern München, hat nach der Pressekonferenz der FCB-Bosse einen angemesseneren Umgang in der Zusammenarbeit zwischen Medien und Vereinen angemahnt.

Uli Hoeneß (l.) und Karl-Heinz Rummenigge (r.) haben Kritik geäußert. (Archivbild)
Uli Hoeneß (l.) und Karl-Heinz Rummenigge (r.) haben Kritik geäußert. (Archivbild)

"Geht wieder respektvoller miteinander um", erklärte Sammer in seiner Funktion als TV-Experte beim TV-Sender Eurosport.

Es dürfe in Krisensituationen "nicht immer so schnell um einzelne Personen gehen. Das ist eine Tendenz, die kritisiere ich in aller Deutlichkeit", sagte Sammer.

Sammers Aussagen sind eine Reaktion auf die Medienschelte des Rekordmeisters, die im Netz für Hohn und Spott sorgt.

Stunden zuvor hatten Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (63), Präsident Uli Hoeneß (66) und Sportdirektor Hasan Salihamidzic (41) bei einer Pressekonferenz eine "herabwürdigende", "respektlose" sowie "hämische" Berichterstattung in Deutschland über den FC Bayern angeprangert.

Sammer wollte die Aussagen "gar nicht bewerten", sagte aber: "Man hat empfunden, dass es über der Linie des Erträglichen war. Es war, wie man so klassisch sagt, ein Gegenschlag oder ein Konter."

Der 51-Jährige, der mittlerweile unter anderem auch als Berater bei Bayern-Rivale Borussia Dortmund arbeitet, zeigte in der Diskussion auch Verständnis für die Medien.

"Der Journalismus macht vieles richtig, auch in der kritischen Bewertung", betonte der Ex-Nationalspieler, der in der Debatte merklich um Neutralität bemüht war. Man dürfe jetzt deshalb nicht "eine Seite als die gute und eine als die böse darstellen".

Außer Sammer haben sich auch weitere Akteure zu Wort gemeldet. Der frühere Bayern-Profi Olaf Thon (52) akzeptierte den Vorwurf der Polemik durch die Führungsspitze seines Ex-Clubs nicht.

Trainer Niko Kovac (r.) ist gefordert, sonst droht das Aus beim FC Bayern München.
Trainer Niko Kovac (r.) ist gefordert, sonst droht das Aus beim FC Bayern München.

"Das war ja nicht unter der Gürtellinie", sagte der 52-Jährige dem Sportbuzzer. Thon hatte nach dem 0:3 der Nationalmannschaft Deutschlands gegen die Niederlande Mats Hummels (29) und Jérôme Boateng (30) "Altherrenfußball" vorgehalten.

"Geht es noch?", sagte ein sichtlich erzürnter Bayern-Chef Rummenigge am Freitag im Hinblick auf die harmlose Wortwahl Thons.

Dieser blieb bei seiner Meinung: "Das war einfach sehr behäbig, was da gespielt wurde. Das darf man dann durchaus mal sagen und auch bewerten."

Die Reaktion der Münchner Bosse interpretierte er als gezielt: "Die wollen mit aller Macht das Ruder rumreißen - alle gemeinsam im Club. Die wollen wieder an die Spitze. Mit allen Mitteln. Da ist es auch verständlich, dass sie sich so äußern."

Lothar Matthäus (57) erkennt ebenfalls eine klare Strategie hinter dem Auftritt der Chefetage. "Diese Pressekonferenz zeigt, dass die Verantwortlichen nicht zufrieden sind. Sie wollen ablenken. Sie kritisieren ihre Spieler selbst intern sehr hart", sagte der 57 Jahre alte Rekordnationalspieler der Bild.

Für den langjährigen Bayern-Spieler war die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Wolfsburg "ein Zeichen nach außen, aber auch nach innen: Zuletzt gab es Spieler, welche die Rückendeckung des Vereins vermisst haben, wie Boateng oder Robben".

Das sei nun ein Zeichen, "dass man hinter der Mannschaft steht", ein "Appell an den inneren Zusammenhalt". Das "Mia-san-Mia" solle intern wieder gelebt werden. "Der erste Schritt kam von den Bossen, der zweite muss nun von den Spielern folgen", erklärte Matthäus die Aussagen.

Olaf Thon, Lothar Matthäus und Matthias Sammer (v.l.n.r.) haben sich zur Schelte geäußert. (Bildmontage)
Olaf Thon, Lothar Matthäus und Matthias Sammer (v.l.n.r.) haben sich zur Schelte geäußert. (Bildmontage)  © DPA

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