Erneut Probleme mit zweiter Stammstrecke: Kabinett diskutiert

München - Erneut muss sich die Staatsregierung mit dem Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München beschäftigen.

Fast eine Millionen Menschen nutzen die Münchner Stammstrecke täglich. (Symbolbild)
Fast eine Millionen Menschen nutzen die Münchner Stammstrecke täglich. (Symbolbild)  © DPA

Nachdem es Anfang Juli um eine Verzögerung infolge einer Streckenkorrektur und die Anbindung einer neuen U-Bahnlinie an den Hauptbahnhof ging, steht nun der notwendige Bau einer dritten Röhre als Rettungstunnel auf der Tagesordnung.

Nach Angaben der Deutschen Bahn soll dies aber keine Auswirkungen auf den Zeit- und Kostenrahmen haben.

Bis 2028 soll das rund 3,2 Milliarden Euro teure Bauprojekt abgeschlossen werden. Die Stammstrecke verläuft weitgehend unterirdisch durch die Münchner Innenstadt.

Täglich fahren dort etwa 1000 Züge und transportieren fast eine Million Passagiere. Sie ist damit eine der wichtigsten Hauptverkehrsadern im öffentlichen Personennahverkehr in der Landeshauptstadt und seit Jahrzehnten chronisch überlastet.

Weiteres Thema ist der Dauerstreitpunkt Flächenverbrauch. In der vergangenen Woche hatten die Grünen einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der eine starre Obergrenze von fünf Hektar pro Tag für ganz Bayern vorsieht.

Die Staatsregierung von CSU und Freien Wählern lehnt dies aber bisher kategorisch ab. Sie will über Anreize die Kommunen dazu bringen, freiwillig den Verbrauch auf rund fünf Hektar zu senken.

Update 15 Uhr: Zweite S-Bahn-Stammstrecke in München bis 2028

Die bayerische Staatsregierung setzt trotz einiger Umplanungen auf eine Fertigstellung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München bis Ende 2028.

Nachdem die Deutsche Bahn an diesem - zuletzt schon zwei Jahre nach hinten geschobenen - Datum festhält, befürwortete das Kabinett am Dienstag die geplanten "Optimierungen". Dazu zählen eine Streckenkorrektur und die Anbindung einer neuen U-Bahnlinie an den Hauptbahnhof, aber auch - das kam zuletzt neu hinzu - der Bau einer dritten Röhre als Rettungstunnel.

Man wolle für größtmögliche Sicherheit nach dem neuesten Stand der Technik sorgen, sagte Bayerns Bauminister Hans Reichhart (CSU) nach der Kabinettssitzung in München. Und der Zeit- und Kostenrahmen werde durch den Rettungstunnel nicht gesprengt.

Reichhart betonte: "Die Deutsche Bahn hat uns zugesichert, bis Ende 2028 fertig zu sein." Und die Bahn werde alles unternehmen, um dieses Datum zu halten.

S-Bahnstation "Hauptbahnhof" in München: Die Stammstrecke ist seit Jahrzehnten chronisch überlastet.
S-Bahnstation "Hauptbahnhof" in München: Die Stammstrecke ist seit Jahrzehnten chronisch überlastet.  © DPA

Titelfoto: DPA

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