Immer mehr wollen Polizist werden, doch die Anwärter haben einige Schwächen

München - Immer mehr junge Menschen in Bayern wollen zur Polizei. Bei Bewerber- und Einstellungszahlen verzeichnet die Behörde Rekorde. Dennoch bringen einige Neu-Polizisten typische Schwächen mit - zum Beispiel bei der Rechtschreibung.

Die Anwärter reize die soziale Verantwortung und gesellschaftliche Anerkennung. (Symbolbild)
Die Anwärter reize die soziale Verantwortung und gesellschaftliche Anerkennung. (Symbolbild)  © DPA

Die bayerische Polizei ist als Arbeitgeber beliebt wie nie: Für das Jahr 2018 verzeichnet sie mit rund 1800 neuen Kollegen einen Einstellungsrekord, wie das Innenministerium mitteilt. Auch die Zahl der Bewerber habe in diesem Jahr mit 18.500 einen Spitzenwert erreicht. Das seien 5500 mehr Bewerbungen als im Vorjahr.

Zugleich werden in diesem Jahr laut Innenministerium geschätzte 1100 Polizisten pensioniert oder verlassen aus anderen Gründen den Dienst. Die Behörde übertrifft das 2016 gesteckte Ziel, bis 2020 jedes Jahr 500 neue Stellen zu schaffen. Insgesamt stünden derzeit gut 42.000 Polizeibeamte im Dienst des Freistaats, heißt es.

Für den Bewerberzulauf seien die hohe Zahl der Neueinstellungen, das gute Image der Polizei als Arbeitgeber und die vielen verschiedenen Einsatzfelder des Berufs verantwortlich, erklärt der Sprecher der Bereitschaftspolizei, Herbert Gröschel.

Die Neu-Polizisten reize die "Übernahme von sozialer Verantwortung bei hoher gesellschaftlicher Anerkennung". Zudem hat die Polizei zur ersten Einstellungsrunde des Jahres das Höchstalter für Bewerber von 25 auf 31 Jahre angehoben.

Für 2018 verzeichnet die bayerische Polizei einen neuen Einstellungsrekord.
Für 2018 verzeichnet die bayerische Polizei einen neuen Einstellungsrekord.  © DPA

Die Gewerkschaft der Polizei zeigt sich mit der derzeitigen Personalpolitik zufrieden. Die Zahl an neuen Stellen sei "sehr erfreulich", da auch die Bevölkerungszahl in Bayern steige und die Polizei mehr Aufgaben übernehmen müsse, sagt Gewerkschaftschef Peter Schall.

Aufgrund der hohen Bewerberzahlen könne die bayerische Polizei ihre Anwärter sorgfältig aussuchen. Während etwa in Berlin auch Bewerber aus dem EU-Ausland angeworben werden, ist in Bayern die deutsche Staatsbürgerschaft Pflicht.

Trotz starker Selektion bemängelt die Polizei typische Schwächen bei ihren neuen Kollegen. So zeigten sich teilweise mangelnde Deutschkenntnisse, weil in der Schulbildung die Rechtschreiblehre vernachlässigt worden sei, erklärt Gröschel.

Die Polizei reagiere darauf mit erweitertem Deutschunterricht. Auch eine nachlassende körperliche Fitness und mangelnde Schwimmfähigkeiten seien zu verzeichnen. Dies werde über die Zeit der Ausbildung jedoch ausgeglichen.

Titelfoto: DPA


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