Wegen Terrorgefahr: Das Wiesn-Bier wird wieder teurer

"Preisgünstiges Familiengetränk": Die Wirte heben den Bierpreis auf 10,95 Euro an.
"Preisgünstiges Familiengetränk": Die Wirte heben den Bierpreis auf 10,95 Euro an.  © 123rf.com/franky242

München - In sieben Wochen heißt es in München zum 184. Mal "O'zapft is". Der Anstich zum Oktoberfest ist mitten im Endspurt der Bundestagswahl.

Dirndl, Lederhosen, Gedränge: So schaut es alljährlich auf dem Oktoberfest in München aus.

In diesem Jahr soll erstmals eine extra entwickelte App die Besucher durch das Getümmel der bierseligen Menschenmassen leiten.

Wenn sie via Smartphone ihre Freunde in den vollen Zelten gefunden und über die Funktion "Festzelt-Füllstand" einen freien Platz ergattert haben, können sie auch noch die Maß per Handy zahlen: über eine andere App, die auch erstmals auf dem größten Volksfest der Welt zum Einsatz kommt.

Das diesjährige Oktoberfest beginnt am 16. September und bis zum 3. Oktober. "Wir haben die längstmögliche Wiesn", sagt Festleiter Josef Schmid (CSU). Der Streit um Bierpreis und Sicherheitsfragen haben den 2. Bürgermeister aber schon in den vergangenen Monaten beschäftigt.

Nun kann Schmid endlich neue Highlights verkünden: Es gibt allein ein halbes Dutzend neue Fahrgeschäfte und angesichts der anhaltenden Terrorgefahr wird das Festgelände auch in diesem Jahr rundum umzäunt. Dazu gibt es Zugangskontrollen und ein Verbot großer Taschen.

Eine neue Lautsprecheranlage für Warndurchsagen und eine verbesserte Videoüberwachung sollen die Sicherheit erhöhen. Mindestens 600 Polizisten werden im Einsatz sein, ein Dutzend von ihnen erstmals mit Bodycams.

Auch wenn es keine konkreten Warnungen gibt: "Wenn sich neue Erkenntnisse ergeben, werden wir das Sicherheitskonzept jederzeit anpassen, auch während der laufenden Wiesn - wenn nötig", sagt Wiesnchef Schmid. Im Vorjahr hatten Terrorsorgen und das schlechte Wetter die Besucherzahlen auf 5,6 Millionen sinken lassen - Tiefststand seit 2001.

Über Schmids Vorschlag einer Bierpreisbremse waren Festleiter und Wirte im Frühjahr heftig aneinandergeraten. Er habe damit erreichen wollen, dass die Wirte zusätzliche Kosten für die Sicherheit nicht direkt an die Gäste weitergeben, sagt Schmid.

Die Wirte feierten ihren Sieg im Stillen, hoben den Bierpreis mäßig auf maximal 10,95 Euro an, ließen die Elf-Euromarke unberührt und versprachen ein günstiges "Familiengetränk".

Auch mit Kritik an der neuen Umsatzpacht halten sich die Wirte zurück. Dafür müssen sie auf Schmids Vorschlag die erhöhten Sicherheitskosten von gut fünf Millionen Euro bezahlen. "Wir Wiesnwirte jammern nicht, wir zahlen das einfach", sagt Wirtesprecher Toni Roiderer. Die Wirte gäben ihre Zusatzkosten keineswegs an die Gäste weiter.

Es müsse nun Schluss sein mit dem Gerede, die Wirte "stopfen sich nur die Taschen voll".

Titelfoto: 123rf.com/franky242


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