Hammer-Wechsel: Fraktionsvorsitzender der Münchner SPD wechselt zur CSU

München - In nicht einmal mehr sechs Monaten stehen die Kommunalwahlen ins Haus. Die SPD musste in den letzten Monaten ohnehin schon einige Rückschläge hinnehmen. Jetzt kommt der nächste.

Panikartige Flucht vom Rathaus-Chef der SPD: Alexander Reissl wechselt zur CSU-Fraktion.
Panikartige Flucht vom Rathaus-Chef der SPD: Alexander Reissl wechselt zur CSU-Fraktion.  © Cordula Dieckmann/dpa

Ihr Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, Alexander Reissl, wechselt mit sofortiger Wirkung zur CSU. Am Montagvormittag gab er dies bei einer Live-Pressekonferenz via Facebook über den Kanal der CSU-Stadtratsfraktion bekannt.

In dem gut 20-minütigen Livestream nannte er als Gründe unter anderem den Umgang mit ehemaligen Parteigrößen wie Kurt Beck, Andrea Nahles oder Sigmar Gabriel. Oder die Art und Weise, wie die Genossen versuchten, eine neue Parteiführung zu ermitteln.

Seine Kritik reicht aber noch tiefer: "Wenn eine Partei es sich leistet, über so lange Zeit nicht mehr eindeutig Profil zu beziehen, muss man sich nicht wundern, wenn sie kein Profil mehr hat", sagte er in der Pressekonferenz.

Und ohne Profil müsse man sich nicht mehr wundern, wenn man nicht mehr gewählt wird, führte er weiter aus: "Sympathiewerbung sieht anders aus".

Irgendwann kam er, laut eigener Aussage, zu dem Punkt, wo er abwägen musste. Und dabei ist eine Waagschale ungünstigerweise zu extrem nach unten gegangen, umschreibt er seinen Entschluss metaphorisch. Zudem sieht er viele Fehler im aktuellen politischen Werdegang der Genossen.

Der ehemalige Sparkassen-Angestellte ist seit 1996 im Stadtrat und sitzt unter anderem im Aufsichtsrat der Stadtwerke München und des Städtischen Klinikums.

Titelfoto: Cordula Dieckmann/dpa

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