Kein Platz! Spielt Regionalligist Türkgücü München bei Aufstieg in NRW?

München - Fußball-Regionalligist Türkgücü München will im Falle eines Aufstiegs in die Dritte Liga seine Heimspiele womöglich im Westen Deutschlands austragen.

Die Spieler Yasin Yilmaz (l-r), Karl-Heinz Lappe, Marco Holz und Thomas Haas von Türkgücü München jubeln über ein Tor.
Die Spieler Yasin Yilmaz (l-r), Karl-Heinz Lappe, Marco Holz und Thomas Haas von Türkgücü München jubeln über ein Tor.  © Christian Butzhammer/dpa

"Dort hätten wir wahrscheinlich mehr Zuschauer, weil es auch mehr Derbys gäbe", sagte Präsident Hasan Kivran der "Süddeutschen Zeitung".

Außerdem würde der Verein, der über kein eigenes Stadion verfügt, so einen Engpass umgehen.

"Ich weiß, dass wir in München stören", sagte Kivran. Seit der Rückrunde teilt sich der Club das Stadion an der Grünwalder Straße mit dem TSV 1860 München und der U23-Mannschaft des FC Bayern.

Bei einem Aufstieg gäbe es dann drei Profi-Vereine in der bayerischen Landeshauptstadt - also ein logistisches Problem.

Wäre das Stadion des SpVgg Unterhaching nicht eine gute Lösung? "Wenn wir eine ähnliche Miete in Haching zahlen wie in Essen, Duisburg oder Düsseldorf, bringt uns Haching nichts. Im Gegenteil: Dort hätten wir weniger Zuschauer", erklärt Kieran. Bisher hat es noch keine offiziellen Gespräche mit Stadionbetreibern in Westdeutschland gegeben.

Außerdem betonte Präsident Kieran: "Wir reden nicht von einem Ortswechsel. Der Gedanke ist: Für eine Engpassphase in der Stadt würden wir ausweichen."

Aktuell führt der Münchener Club mit acht Punkten Vorsprung die Tabelle der Regionalliga Bayern an. Als Aufsteiger wäre Türkgücü laut "Süddeutscher Zeitung" der erste von Migranten gegründete Fußballverein in einer deutschen Profiliga.

Update 15.00 Uhr: DFB hält Umzugs-Idee von Türkgücü München nach NRW für "nicht möglich"

Die Spieler von Türkgücü München klatschen mit ihren Fans ab.
Die Spieler von Türkgücü München klatschen mit ihren Fans ab.  © Christian Butzhammer/dpa

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat der vom bayerischen Regionalligisten Türkgücü München veröffentlichten Idee eines Umzugs nach Nordrhein-Westfalen eine Absage erteilt.

Dies sei "nicht möglich", sagte Heike Ullrich, zuständige Direktorin Vereine, Verbände und Ligen beim DFB.

"Die Regularien beinhalten zwar, dass Ausnahmen vom Ausschuss 3. Liga genehmigt werden können. Hier muss aber eine räumliche Nähe zum Sitz des Klubs gewährleistet sein."

Die Stadionfrage stellt sich in München, weil gleich drei Mannschaften in der 3. Liga im Stadion an der Grünwalder Straße spielen würden. Zwar machen das der TSV 1860, der FC Bayern II und eben auch Viertligist Türkgücü schon in der laufenden Halbserie. Für die 3. Liga wird das aber von Verbandsseite als nicht umsetzbar eingestuft.

Türkgücü München, das über kein eigenes Stadion verfügt, würde durch einen Umzug einen Engpass umgehen.

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