Dieb klaut Jungen hart ersparten Roller: Dann folgt eine unglaubliche Kettenreaktion

München - Ein kleiner Junge hatte lange gespart und sich von seinem Taschengeld so den Traum von einem eigenen Roller erfüllt. Die Freude währte jedoch nicht wirklich lange, wurde das Gefährt doch kurze Zeit später gestohlen.

Der Brief der Eltern sorgte bei Jodel für eine Kettenreaktion.
Der Brief der Eltern sorgte bei Jodel für eine Kettenreaktion.  © Screenshot Jodel

Im Stadtteil Sendling wurde dem Jungen nach nur einem Tag der so hart ersparte Roller geklaut. Die Eltern entschieden sich, an der Schule ihres Sohnes einen Brief aufzuhängen und sich in diesem direkt an den dreisten Dieb zu richten.

"Er (der Roller, Anm. d. Red.) gehört meinem 5-jährigen Sohn und war erst einen Tag vorher von seinem eigenen Taschengeld gekauft. Er ist sehr traurig und enttäuscht", stand auf dem Zettel, der gut sichtbar an einer Tür befestigt war.

Wie die tz berichtete, fiel dieser auch dem Studenten Nico Hilebrand-Thorbecke auf, der zusammen mit seiner Freundin auf dem Weg nach Hause war. "Der kleine Bub tut mir unheimlich leid", sagte Hilebrand-Thorbecke der Lokalzeitung. "Mir ist auch mal ein Radl vor der Uni geklaut worden." Für den 25-Jährigen stand deshalb sofort fest, dass dem Kleinen geholfen werden müsse.

Er postete ein Foto von sich und dem Brief bei Jodel, einer App in der sich User im Umkreis von knapp zehn Kilometern anonymisiert austauschen können.

Einige nahmen sogar direkt die Suche nach dem Roller und dessen Dieb auf, wirkliche Hinweise gab es aber trotz aller Bemühungen bisher nicht. Vielmehr rückte schnell ein anderer Plan in den Fokus der Jodel-Gemeinde.

Den Roller hatte sich der 5-jährige Junge von seinem Taschengeld gekauft. (Symbolbild)
Den Roller hatte sich der 5-jährige Junge von seinem Taschengeld gekauft. (Symbolbild)  © 123RF

Der Zuspruch und darüber hinaus auch der Wille, für einen neuen Roller zu spenden, überraschten sogar Hilebrand-Thorbecke. "Damit hatte ich nicht gerechnet, aber schon innerhalb der ersten Minuten kamen viele kleine Spenden rein", erklärte der Student im Gespräch mit HuffPost. Ab da habe er gewusst, "wir schaffen das".

Laut Informationen der Website konnte Hilebrand-Thorbecke durch seinen Einsatz insgesamt 140 Euro sammeln. Es soll sich um weit mehr Geld als die Summe handeln, die der bestohlene Schüler für seinen Roller ausgegeben hatte.

Wer nun ein sofortiges Happy End erwartet hatte, wurde allerdings zunächst enttäuscht.

Der Held der Stunde konnte weder den Fünfjährigen noch dessen Eltern ermitteln. Auch auf einen Zettel, den er unter dem Originalbrief angebracht hatte, bekam er keinerlei Antwort.

Erst nach etwas mehr als einer halben Woche meldete sich der Vater bei Hilebrand-Thorbecke.

Nachdem er dem Mann erst einmal erklären musste, wie es zu dem ganzen Trubel gekommen war, zeigte sich dieser überglücklich. Demnächst soll nun ein neuer Roller gekauft werden und auch für die Übergabe gibt es schon eine Idee.

"In den nächsten Tagen werde ich mich mit dem Vater treffen - dazu möchte ich auch die anderen Spender einladen", erklärte Hilebrand-Thorbecke. Die Freude in den Augen des bestohlenen Jungen dürfte dann unbezahlbar sein.


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