Das war's! Seehofer will Parteivorsitz und Ministeramt abgeben

München/Berlin - Im erbitterten Asyl-Streit mit Kanzlerin Angela Merkel (63) (CDU) will Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer (68) beide Ämter aufgeben.

Horst Seehofer (68) will offenbar nicht mehr weitermachen.
Horst Seehofer (68) will offenbar nicht mehr weitermachen.  © DPA

Das sagte er am Sonntag in einer CSU-Vorstandssitzung in München, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Seehofer ist erst seit knapp 100 Tagen in der neuen großen Koalition Bundesinnenminister, seit 2008 ist er CSU-Chef.

Zuvor hatte der CSU-Vorstand mehr als sieben Stunden lang über die Konsequenzen der CSU im Asylstreit mit der CDU diskutiert. Dabei hatten Seehofer und seine Parteifreunde sich mehrheitlich gegen die Beschlüsse des EU-Gipfels und für einen nationalen Eingang ausgesprochen.

Die CDU-Spitze hat unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Rückzugsangebots von CSU-Chef Horst Seehofer aus allen Ämtern die Unterstützung für den europäischen Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Asylpolitik betont.

Einseitige Zurückweisungen von Migranten seien das falsche Signal an die europäischen Gesprächspartner, sagte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer am späten Sonntagabend in Berlin.

Update 23.09 Uhr

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt will das Rücktrittsangebot von Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer nicht hinnehmen. "Das ist eine Entscheidung, die ich so nicht akzeptieren kann", sagte er nach Angaben von Teilnehmern in der Sitzung des CSU-Vorstands. Dobrindt habe dafür lang anhaltenden Applaus erhalten. Letztlich habe die Uneinsichtigkeit der Kanzlerin die CSU in die jetzige Situation gebracht.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (48) will sich mit dem Rücktritt von Horst Seehofer (68) nicht abfinden.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (48) will sich mit dem Rücktritt von Horst Seehofer (68) nicht abfinden.  © DPA

Titelfoto: DPA


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