Ist Seehofer Schuld am Tod von Flüchtlingen?

München - Die frühere Bundesministerin Renate Schmidt (SPD) wirft Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eine direkte Mitverantwortung am Tod von Flüchtlingen im Mittelmeer vor.

Schwere Vorwürfe gegen Bundesinnenminister Horst Seehofer (69, CSU).
Schwere Vorwürfe gegen Bundesinnenminister Horst Seehofer (69, CSU).  © Kay Nietfeld/dpa

Sie schreibt in einem Brief an Seehofer: "Menschen wissentlich ertrinken zu lassen wird von Ihnen als Teil der Lösung des Flüchtlingsproblems gesehen. Ab sofort sind die bisher 1400 Toten im Mittelmeer auch Ihre Toten".

Weiter heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt: "Sowohl dieses Ertrinken lassen als auch das Verfrachten von Menschen in libysche Lager, in denen sie ausgebeutet, vergewaltigt und sogar getötet werden, ist ein Verrat an den Werten, für die wir in Deutschland und Europa stehen".

Untragbar findet sie auch Seehofers Freude über die Abschiebung von 69 Flüchtlingen an seinem 69. Geburtstag in der vergangenen Woche. Es geht ihr dabei nicht um die Rechtmäßigkeit der Abschiebung, sondern darum, "dass bei Ihnen offenbar jeder Anflug von Humanität auf der Strecke geblieben ist".

Das Unglück von anderen könne nie ein Geschenk oder Glück sein und Abschiebungen von Menschen eignen sich nicht für Scherze.

"Ihr Verhalten ist zum Fremdschämen und ich schäme mich dafür, dass meine SPD aus Gründen der Staatsräson gezwungen ist, mit Ihnen an einem Tisch zu sitzen", schreibt Schmidt weiter.

Seehofer verdient keine Ehre, weder für seine Rücktrittsdrohung, noch sein "rüpelhaftes Verhalten" gegenüber Angela Merkel (CDU) und vor allem nicht dafür "keinen Anlass gesehen zu haben, zurückzutreten".

Die frühere Bundesfamilienministerin und ehemalige bayrische SPD-Chefin Renate Schmidt (74).
Die frühere Bundesfamilienministerin und ehemalige bayrische SPD-Chefin Renate Schmidt (74).  © Arne Dedert/dpa

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa


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