Sexueller Missbrauch: Landesbischof stellt sich gegen Verjährungsfristen

München - Der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hält Verjährungsfristen im Umgang mit sexuellem Missbrauch für ein Problem.

Heinrich Bedford-Strohm hält Verjährungsfristen für problematisch. (Archiv)
Heinrich Bedford-Strohm hält Verjährungsfristen für problematisch. (Archiv)  © Lino Mirgeler/dpa

"Man muss darüber nachdenken, ob die Fristen angemessen sind", sagte er am Donnerstag im Münchner Presseclub.

Dass viele Fälle verjährt seien, mache es seiner Kirche schwer, Täter angemessen zur Rechenschaft zu ziehen.

Auch die evangelische Kirche müsse Missbrauchsfälle in ihren Reihen konsequent aufarbeiten.

Aus seiner Sicht müsse man aber "sehr deutlich differenzieren zwischen den beiden Kirchen".

Die evangelische Kirche habe andere Strukturen als die katholische und darum andere Probleme zu bewältigen.

"Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, und die sehen anders aus als in einer Institution mit Zölibat", sagte der bayerische Landesbischof.

"Bei uns ist es wahrscheinlich eher die Kumpelkultur, die anfällig macht für solche Vorfälle."

Wenn Fristen verjähren, kann man die Täter nicht angemessen zur Rechenschaft ziehen. (Symbolbild)
Wenn Fristen verjähren, kann man die Täter nicht angemessen zur Rechenschaft ziehen. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

Mehr zum Thema Missbrauch:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0