Mit Benzin übergossen und Feuerzeug in der Hand: Deshalb wollte sich ein Iraker bei Demo selbst anzünden

München - Es waren schockierende Szenen: Die versuchte Selbstverbrennung eines Irakers während einer Kundgebung gegen die Münchner Sicherheitskonferenz war laut Polizei kein Anschlag.

Ein Mann wollte sich in München bei einer Kundgebung selbst verbrennen.
Ein Mann wollte sich in München bei einer Kundgebung selbst verbrennen.  © Felix Hörhager/dpa

"Er wollte niemanden verletzen", sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am Sonntagvormittag in München. Seit der Tat am Samstag befindet sich der 50 Jahre alte Iraker in einer psychiatrischen Klinik.

Er habe den Angaben zufolge mit einem Suizid auf die politische Situation in seinem Heimatland aufmerksam machen wollen. "Er hatte ein auf Deutsch geschriebenes Plakat dabei, war aber kein Teilnehmer der Demonstration", so die Erklärung.

Der Mann hatte sich am Münchner Karlsplatz plötzlich mit rund drei Litern Benzin übergossen und ein Feuerzeug in der Hand gehalten. Er habe durch Rufe auf sich aufmerksam gemacht, sagte ein vor Ort eingesetzter Bereitschaftspolizist.

Mehrere Beamte warfen sich unmittelbar auf den 50-Jährigen und nahmen ihn fest.

Bei der Sicherheitskonferenz kamen am Wochenende etwa 40 Staats- und Regierungschefs sowie 100 Minister zusammen. Ein Aktionsbündnis hatte zu entsprechenden Protesten gegen die Großveranstaltung aufgerufen.

An einem Demonstrationszug durch die Innenstadt nahmen nach Polizeiangaben rund 3000 Menschen teil.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über mögliche oder versuchte Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber komplett im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

In der bayerischen Landeshauptstadt findet derzeit die Münchner Sicherheitskonferenz statt.
In der bayerischen Landeshauptstadt findet derzeit die Münchner Sicherheitskonferenz statt.  © Screenshot/Google Maps

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

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