Siemens-Chef Kaeser warnt: In NS-Zeit "zu viele geschwiegen, bis es zu spät war"

München - Siemens-Chef Joe Kaeser hat davor gewarnt, dass Nationalismus und Rassismus in Deutschland salonfähig werden. Das wäre auch für die Wirtschaft und sein Unternehmen verheerend, sagte Kaeser dem Bayerischen Rundfunk.

Joe Kaeser (r.) warnt vor Nationalismus und Rassismus in Deutschland.
Joe Kaeser (r.) warnt vor Nationalismus und Rassismus in Deutschland.  © DPA

Deutschland lebe in der heutigen Zeit vom Export und dabei möglichst offenen Grenzen. Die Konzerne seien global aufgestellt, mit Mitarbeitern und Kunden jeder Hautfarbe sowie Religion.

"Es haben damals beim Nationalsozialismus zu viele Menschen geschwiegen, bis es zu spät war. Und das darf uns in Deutschland nicht wieder passieren", sagte der 61 Jahre alter Kaeser dem BR.

Äußerungen der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel (39) im Mai im Bundestag habe er als rassistisch und ausgrenzend empfunden, sie hätten ihn im Ton an die NS-Zeit erinnert. Deshalb habe er in einem Tweet dagegengehalten.

Neben humanistischen Werten gehe es auch um handfeste geschäftliche Interessen.

Weidel hatte damals gesagt: "Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern."

Kaeser reagierte daraufhin ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst: "Lieber 'Kopftuchmädel' als 'Bund Deutscher Mädel'." Weidel schade Deutschlands Ansehen in der Welt, wo sein Wohlstand liege. Der "Bund Deutscher Mädel" (BDM) war im Nationalsozialismus eine Organisation für Mädchen.

Titelfoto: DPA

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