Sarrazin kassiert ab: Keine Entschädigung, kein Vertrag, aber trotzdem "sehr zufrieden"

München - Obwohl sein alter Verlag sein Buch nicht veröffentlichen wollte, bekommt Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin keine Entschädigung.

Der umstrittene Autor Thilo Sarrazin hat sich mit dem Verlag Random House vor Gericht geeinigt. (Archivbild)
Der umstrittene Autor Thilo Sarrazin hat sich mit dem Verlag Random House vor Gericht geeinigt. (Archivbild)  © Matthias Bein/zb/dpa

Darauf einigten sich beide Parteien vor dem Landgericht München I, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag sagte.

Der umstrittene Autor und frühere Berliner Finanzsenator darf demnach aber einen Großteil der Vorschusszahlung behalten. 75.000 Euro bleiben laut Einigung vom Montag bei ihm, lediglich 25.000 Euro muss Sarrazin zurückzahlen.

Sarrazin freute sich über die Vereinbarung. "Ich bin sehr zufrieden" ließ er über seinen Anwalt mitteilen. Eine Sprecherin vom Verlag Random House sagte, man habe ohnehin nicht damit gerechnet, dass Sarrazins Forderung auf Schadenersatz erfolgreich sein werde. Vor Gericht einigten sich beide Seiten außerdem, Sarrazins Autorenvertrag zu beenden.

Sarrazin hatte dem Verlag Rufschädigung vorgeworfen, weil dieser sein neues Werk nicht mehr habe veröffentlichen wollen. Dabei habe er inhaltlich geliefert, was der Verlag bestellt habe, sagte der langjährige SPD-Politiker in der Verhandlung im Sommer 2018. Die Gegenseite hatte argumentiert, das Manuskript habe sich – wie jedes Werk des Autors – als sehr arbeitsintensiv erwiesen. In der damaligen Fassung sei es nicht publikationsfähig gewesen. Beide Seiten hatten die Zusammenarbeit schließlich beendet.

Das betreffende Buch "Feindliche Übernahme - wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht" ist mittlerweile bei einem anderen Verlag erscheinen.

 Thilo Sarrazin stellt bei einer Pressekonferenz sein neues Buch vor. Zuvor wollte er es beim Random House Verlag veröffentlichen lassen. (Archivbild)
Thilo Sarrazin stellt bei einer Pressekonferenz sein neues Buch vor. Zuvor wollte er es beim Random House Verlag veröffentlichen lassen. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Titelfoto: Matthias Bein/zb/dpa

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