Traktor-Demos durch Bayern: Bauern blockieren mit Protestaktion Städte

München - Bei bundesweiten Bauernprotesten gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung sind am Dienstagvormittag drei Kundgebungen in Bayern geplant.

Mit Traktoren wollen bayerische Landwirte gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung demonstrieren. (Archivbild)
Mit Traktoren wollen bayerische Landwirte gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung demonstrieren. (Archivbild)  © Guido Kirchner/dpa

In Bayreuth, München und Würzburg werden jeweils Hunderte protestierende Landwirte mit ihren Traktoren erwartet. In Bayreuth warnt die Stadtverwaltung vorbeugend vor einem Verkehrschaos. Dort ist eine rollende Demo mit 400 bis 500 Traktoren geplant.

Die drei Kundgebungen sind Teil eines bundesweiten Aktionstags der Bauerninitiative "Land schafft Verbindung", der sich innerhalb kürzester Zeit Zehntausende Landwirte angeschlossen haben. Ein Symbol der Protestbewegung sind die grünen Kreuze, die viele Landwirte als Symbol ihrer Existenzängste auf Feldern und Wiesen aufstellen.

Die seit Jahren unter Einkommensverlusten leidenden Bauern sind verärgert, weil EU und Bundesregierung die Umweltauflagen in den vergangenen Jahren stetig verschärft haben. Gleichzeitig stellen alljährlich Tausende von Bauern den Betrieb ein, weil sich die Landwirtschaft immer weniger lohnt.

Die Initiative beklagt außerdem "permanente negative Stimmungsmache" und "Bauernbashing". Das richtet sich vor allem gegen die Vorwürfe von Umweltschützern und Politikern, dass die konventionelle Landwirtschaft schlecht für Natur, Umwelt und Trinkwasser sei.

Die Hauptkundgebung ist in Bonn geplant. Von der Protestbewegung überrascht wurde nicht zuletzt der Deutsche Bauernverband, der an der Organisation der Demonstrationen nicht beteiligt ist.

Zu viele Traktoren: Bauerndemo in Würzburg frühzeitig beendet

Bauern in ihren Traktoren sammeln sich in der Nähe des Autobahnkreuzes Bayreuth/Kulmbach, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu protestieren.
Bauern in ihren Traktoren sammeln sich in der Nähe des Autobahnkreuzes Bayreuth/Kulmbach, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu protestieren.  © Nicolas Armer/dpa

Noch vor dem offiziellen Beginn der Bauernproteste in Würzburg hat der Versammlungsleiter die Demonstration beendet.

Grund dafür war ein Verkehrschaos in der Stadt - ausgelöst durch Traktoren, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. "In Würzburg ging gar nichts mehr." Dabei waren es nach ersten Schätzungen der Polizei nur 650 statt wie erwartet 1000 Traktoren.

Schon kurz vor der Absage der Demonstration hatten die Beamten die Landwirte gebeten, wieder umzukehren. Am Versammlungsort in der Nähe der Würzburger Residenz sei kein Platz mehr für Traktoren gewesen, erklärte der Sprecher. Selbst Feuerwehr und Rettungswagen waren in einigen Stadtteilen nicht mehr durchgekommen. "Glücklicherweise gab es in dieser Zeit keine medizinischen Notfälle in den betroffenen Bereichen", teilte das Bayerische Rote Kreuz mit.

Auch nach der Auflösung der Demo blockierten zunächst rund 20 Traktoren den Berliner Ring. Noch bis in den Nachmittag sollte es in Würzburg Staus geben.

In Bayreuth sollten nach Angaben der Polizei bis in den Nachmittag noch an die 1000 Traktoren unterwegs sein, in München mehrere Hundert. Auch dort mussten Verkehrsteilnehmer mehr Zeit einplanen.

Update 14.00 Uhr: Bauerndemo mit rund 1000 Traktoren in München beendet

Die Initiatoren der Proteste gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung haben ihre Kundgebung in München beendet. Rund 2000 Landwirte und 1000 Traktoren hätten sich beteiligt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Nach Ende der Demo sollten die Traktoren die Stadt über die Nymphenburger Straße, die Prinzregenten- und die Leopoldstraße verlassen. In diesem Bereich rechnete die Polizei noch länger mit Staus.

In Bayreuth sollten nach Angaben der Beamten noch bis spätnachmittags mehr als 1000 Traktoren unterwegs sein. In Würzburg normalisierte sich der Verkehr schon am frühen Nachmittag, nachdem der Versammlungsleiter die Kundgebung wegen des Verkehrschaos frühzeitig beendet hatte.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa


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