Grausames Verbrechen: Mann soll Bekannte gequält und ermordet haben

München - Vergewaltigung, Mord, Störung der Totenruhe: Vor dem Landgericht München II hat am Dienstag ein Prozess um ein grauenhaftes Verbrechen begonnen. Ein Mann ist angeklagt, zwei Frauen gequält und getötet zu haben.

Der Angeklagte muss sich in München vor dem Landgericht II verantworten.
Der Angeklagte muss sich in München vor dem Landgericht II verantworten.  © DPA

Im Prozess um den Mord an zwei Frauen in Petershausen bei München schwieg der Angeklagte vor Gericht. Sein Mandant wolle sich nicht zu den Tatvorwürfen oder seinen persönlichen Verhältnissen äußern und verweise stattdessen auf seine Gespräche mit dem psychiatrischen Gutachter, teilte der Verteidiger des Mannes dem für den Fall Landgericht München II mit.

Für die Aussage des Gutachters wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen, weil es um die Sexualität des Angeklagten gehe. Damit sei seine Intimsphäre entsprechend berührt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen eine grauenhafte Tat vor. Er soll seine beiden Bekannten im Februar vergangenen Jahres unter dem Vorwand, mit ihnen Fasching feiern zu wollen, in seine Wohnung gelockt und sie dort im Anschluss betäubt, gequält, vergewaltigt und getötet haben.

Eine der Frauen strangulierte er laut Anklage mit einem Baumwolltuch und Klebeband, die zweite mit bloßen Händen. Zuvor soll er sie laut Ermittlern mit Betäubungsmitteln in einem Nusslikör wehrlos gemacht haben.

Hass auf Frauen als Motiv?

Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft Frauenhass an. Der Deutsche soll ein schwieriges Verhältnis zu seiner dominanten Mutter gehabt haben und an Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen sowie an alkoholbedingten Störungen leiden.

"Wegen seiner dominanten Mutter hat er ein gestörtes Verhältnis zu Frauen", sagte die Staatsanwältin. Er habe eine "ausgeprägte Wut auf Frauen" und "ausgeprägte Fantasien, Frauen Gewalt anzutun". An jenem Tag im Februar 2018 habe er den endgültigen Plan gefasst, "seine langgehegten Fantasien" endlich auch in die Tat umzusetzen.

Es sei ihm auch darum gegangen, die Frauen zu erniedrigen. Was er mit seinen Opfern getan haben soll, ist kaum wiederzugeben. Er soll ihnen eigens dafür gekaufte Kleider angezogen haben, bevor er sich an ihnen verging - vor und nach ihrem Tod. Die Anklage gegen den Mann lautet deshalb auf Mord, Vergewaltigung und Störung der Totenruhe.

Die Taten, die dem Mann zur Last gelegt werden, lassen einem einen Schauer über den Rücken laufen.
Die Taten, die dem Mann zur Last gelegt werden, lassen einem einen Schauer über den Rücken laufen.  © DPA

Titelfoto: DPA

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