Mutter und Tochter in München vermisst: Freund berichtet von angespanntem Familien-Verhältnis

München - Seit dem 13. Juli fehlt von Maria und ihrer 16-jährigen Tochter jede Spur. Der neue Ehemann der Mutter, Roman H., steht unter dringendem Tatverdacht, die beiden getötet zu haben - er wurde festgenommen (TAG24 berichtete). Nun berichtet ein langjähriger Familienfreund gegenüber dem Focus von einem angespannten Verhältnis zwischen Stiefvater und -tochter.

Roman H. steht unter dringendem Tatverdacht seine Ehefrau und seine Stieftochter getötet zu haben.
Roman H. steht unter dringendem Tatverdacht seine Ehefrau und seine Stieftochter getötet zu haben.  © Polizei München

Der Mann, der nicht namentlich genannt werden wollte, kennt Maria Gertsuski dem Bericht zufolge schon seit 19 Jahren. Erst vor Kurzem traf er sich zusammen mit seiner Frau mit dem Ehepaar.

Die jüngsten Entwicklungen in dem Vermisstenfall bereiten dem Münchner Kopfzerbrechen. "Wenn das alles stimmt, was da jetzt rauskommt, dann saß ich vor zwei, drei Wochen mit einem Mörder an einem Tisch im Biergarten", so der Bekannte gegenüber dem Focus.

Seit Sonntag sitzt Roman H. in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl lautet auf "Totschlag in Tatmehrheit mit Mord".

An dem Abend im Biergarten sei laut dem Bekannten nichts Alarmierendes passiert. "Es war ein unauffälliger Abend mit netten Gesprächen. Und es gab nichts, was in irgendeiner Form auf Streit oder eine Krise hingedeutet hätte."

Bei einem anderen Aufeinandertreffen habe man jedoch Spannungen zwischen Stiefvater und Stieftochter wahrnehmen können. "Am Abend des 30. Dezember 2017 waren wir bei Roman und Maria. Tatiana ist ihrem Stiefvater mehrmals frech ins Wort gefallen. Man hat an dem Abend gespürt, dass es ein angespanntes Verhältnis zwischen den beiden gibt", zitiert das Blatt den Familienfreund.

Laut dem Mann war das aber auch der einzige Vorfall, von dem er zu berichten weiß.

München: Mutter und Tochter vermisst

Maria Gertsuski und ihre Tochter Tatiana werden seit dem 13. Juli vermisst. Die Polizei geht nicht mehr davon aus, sie lebend zu finden.
Maria Gertsuski und ihre Tochter Tatiana werden seit dem 13. Juli vermisst. Die Polizei geht nicht mehr davon aus, sie lebend zu finden.  © DPA

Der 44-jährige Deutsch-Russe, Roman H., schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Laut seiner Vermisstenanzeige sollen Maria und ihre 16 Jahre alte Tochter am Tag des Verschwindens die gemeinsame Wohnung im Stadtteil Ramersdorf verlassen haben, um in einem Einkaufscenter shoppen zu gehen.

Laut Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins gibt es jedoch Zweifel an der Darstellung von Roman H.. "Wir gehen davon aus, dass die Aussagen, die im Rahmen der Vermisstenanzeigen gemacht wurden, Plausibilitätslücken haben", so da Gloria auf einer Pressekonferenz am Montag.

Kriminologe Christian Pfeiffer erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Der gefährlichste Mann im Leben einer Frau ist der Ehemann oder der feste Partner. Da droht die höchste Gefahr, dass man getötet wird, dass man vergewaltigt wird, dass man zusammengeschlagen wird."

Die Polizei München veröffentlichte ein Foto des Verdächtigen. Sie hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Personen, die den Tatverdächtigen oder die beiden Frauen von Freitag, 12. Juli, bis Sonntag, 14. Juli, gesehen haben, oder sonstige Hinweise haben, können sich bei jeder Polizeidienststelle melden.

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