Nach Rekord-Volksbegehren: Umweltminister Glauber setzt auf CSU-Politiker

München - Bei der Suche nach Kompromissen und Lösungen für einen besseren Artenschutz in Bayern setzt Umweltminister Thorsten Glauber (48) enorm große Hoffnungen auf Alt-Landtagspräsident Alois Glück (79).

Alois Glück ist für Thorsten Glauber der große Hoffnungsträger. (Archivbild)
Alois Glück ist für Thorsten Glauber der große Hoffnungsträger. (Archivbild)  © DPA

"Ich halte ihn, den ich politisch leider nicht mehr selber erleben konnte, für hoch angesehen, über alle Grenzen hinweg", sagte der Freie-Wähler-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München.

Der CSU-Politiker Glück sei daher eine sehr gute Wahl und werde das Verfahren schon durch seine Persönlichkeit voranbringen.

Glaubers Erwartungen an den Runden Tisch sind gleichwohl hoch, gerne spricht er von einer historischen Chance: "Am Ende muss ein Volksbegehren plus stehen."

Dies seien alle Beteiligten dem überaus eindeutigen Ergebnis des Volkssouveräns schuldig. "Es muss uns ein großer Wurf gelingen und dazu gilt es am Tisch das zu analysieren, was im Volksbegehren steht."

Mehr als 18 Prozent der Wahlberechtigten im Freistaat hatten das Volksbegehren für mehr Artenschutz in der vergangenen Woche zu einem historischen Erfolg geführt.

Noch nie hatten sich in der Geschichte Bayerns mehr Menschen für ein Volksbegehren engagiert.

Markus Söder gesprächsbereit

Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich zuletzt gesprächsbereit. (Archivbild)
Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich zuletzt gesprächsbereit. (Archivbild)

Nach dem großen Erfolg hatte Ministerpräsident Söder (52, CSU) Glück für die Leitung des Runden Tisches vorgeschlagen. Am Mittwoch wollen sich die Initiatoren des Volksbegehrens und seine Kritiker sowie Vertreter der Staatsregierung erstmals in der Staatskanzlei treffen.

"Wenn die Initiatoren und alle Beteiligten bereit sind, sich dem Gespräch zu öffnen, es ist sicher eine herausfordernde Aufgabe, sehe ich eine große Chance, dass Glück den Runden Tisch zu einer guten Lösung führt", betonte Glauber.

Der 79-jährige Glück habe schon immer klar Haltung bezogen. "Er hat aber immer seine Meinung an den Themen orientiert und nicht an Ideologien. Er hat sich immer stark gemacht für die Landwirtschaft sowie den Klima- und Naturschutz."

Allerdings warnte Glauber vor zu großen Erwartungen in die erste, auf vier Stunden angesetzte Sitzung. "Es geht darum, eine gute Lösung zu finden. Da kann es keine Höchstzahl für die Sitzungen oder Dauer geben", sagte er. Wichtig sei eine passgenaue Lösung und eine Klärung, wer für welche Umsetzung verantwortlich ist. "Das ist sicher am Ende nicht nur eine Berufsgruppe."

Bereits in der vergangenen Woche hatte Glauber erklärt, dass er insbesondere die Kommunen in Bayern in der Pflicht sehe, sich mehr für den Artenschutz einzusetzen - etwa durch einen kompletten Verzicht auf Pestizide.

Es war das Thema der letzten Wochen in Bayern: das Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt.
Es war das Thema der letzten Wochen in Bayern: das Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt.  © DPA
Thorsten Glauber setzt große Hoffnungen auf Alt-Landtagspräsident Alois Glück. (Archivbild)
Thorsten Glauber setzt große Hoffnungen auf Alt-Landtagspräsident Alois Glück. (Archivbild)  © DPA

Titelfoto: DPA (Bildmontage)

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