Schneefall als Ausrede im Büro? Deshalb ist es keine gute Idee

München - Es schneit und schneit! In weiten Teilen Bayerns wird auch an diesem Wochenende und zum Start der kommenden Woche kräftig Schnee fallen. Eine Ausrede für unpünktliches Erscheinen im Büro ist dies aber nicht.

In Bayern kommt es in den kommenden Tagen zu Schneefall. (Symbolbild)
In Bayern kommt es in den kommenden Tagen zu Schneefall. (Symbolbild)  © DPA

"Der Winter friert die geltenden Arbeitspflichten nicht ein", erklärte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt (58), am Freitag.

Arbeitnehmer müssten sich rechtzeitig über das Wetter informieren und gegebenenfalls früher aus dem Haus gehen - so sehe es die Rechtslage in Deutschland zumindest vor.

Die meisten Unternehmen im Freistaat zeigen sich laut vbw aber in der Regel kulant, wenn Mitarbeiter wegen winterlicher Verhältnisse zu spät kommen. Vorausgesetzt, der Arbeitnehmer meldet sich.

Es ist eine Information, die in den nächsten Tagen und vielleicht darüber hinaus ganz nützlich sein dürfte, schneit es doch weiter.

Lediglich in Unter- und Mittelfranken sei eher mit Regen zu rechnen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In den Alpen und im Bayerischen Wald wird es den Prognosen nach zusätzlich zum Schnee zudem stürmisch mit Windgeschwindigkeiten zwischen 70 und 100 Stundenkilometern.

Weiße Pracht nicht von Dauer

Bis Montag könnte es auch in tieferen Lagen des Freistaates insgesamt 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee geben, der jedoch angesichts milder Temperaturen im Laufe der Woche dann auch immer wieder taue.

Für Samstag ging der Meteorologe von Temperaturen zwischen 0 und 7 Grad aus, für Sonntag von -2 bis +4 Grad. Schneehöhepunkt sei am Samstag, da könnten auch in München bis zum Abend bis zu 15 Zentimeter Schnee fallen.

Vor allem am Samstag könnte es in Süd- und Ostbayern zum Phänomen der Leiterseilschwingungen kommen, sagte der Wetterfachmann. Ursache dafür ist eine Kombination aus Kälte, Schnee und Wind.

Der nasse Schnee setze sich an Hochspannungsleitungen fest, die durch den Wind ins Schwingen gerieten und dadurch die Masten zum Kippen brächten. Im Münsterland hatten Leiterseilschwingungen im Jahr 2005 für einen Stromausfall gesorgt.

Warnung an Wintersportler

Mit Blick auf den anhaltenden Schneefall haben die Bergwacht und der Deutsche Alpenverein vor Ski- oder Wandertouren in unsicheren Gebieten gewarnt. Die Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft, rechnen aber nicht mit mehr Einsätzen.

"Wenn die Lawinengefahr bei vier oder fünf auf der Skala liegt, sind wesentlich weniger Leute unterwegs", sagte David Pichler von der Bergwacht Chiemgau. Ähnlich sieht das auch Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein: "Die meisten tödlichen Lawinenunfälle passieren bei Gefahrenstufe drei, weil viele das Risiko unterschätzen."

Laut Bucher wird sich die Lawinengefahr in den nächsten Tagen noch verschärfen. Deswegen sollte man vor geplanten Touren den Lawinenlagebericht checken. Auf den gesicherten Pisten müsse aber auch dann niemand Angst haben.

Update 12.55 Uhr

Apropos Wintersport: Der Rückreiseverkehr aus den Wintersportorten erhöht an diesem Wochenende laut ADAC die Staugefahr auf Bayerns Straßen. Starker Schneefall lasse zudem das Unfallrisiko steigen.

Autofahrer sollten vor allem genug Zeit einplanen, sagte ein Sprecher des ADAC. Zusätzlich zum Ferienverkehr dürfte der Neuschnee Tages- und Wochenendausflügler auf die Straßen locken. Auf den von Süden kommenden Autobahnen A8, A93, A95 und A96 sowie A99 um München dürfte es vor allem am Samstag- sowie Sonntagnachmittag und an den Abenden eng werden.

Betroffen sind dem ADAC-Sprecher zufolge auch die A8 Richtung Ulm und Stuttgart sowie die A9 in Richtung Nürnberg und Berlin sowie der Großraum Frankfurt.

Schneefall als perfekte Ausrede für Unpünktlichkeit im Job? Keine gute Idee! (Symbolbild)
Schneefall als perfekte Ausrede für Unpünktlichkeit im Job? Keine gute Idee! (Symbolbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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