Zweifel an 365-Euro-Jahresticket in Bayern: Enorme Verluste als mögliche Folge?

Nürnberg - Kurz vor einem geplanten Spitzentreffen zur Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs in Bayern hat der Oberbürgermeister von Nürnberg große Zweifel an den geplanten 365-Euro-Jahrestickets geäußert.

SPD-Politiker Ulrich Maly hat erhebliche Zweifel am 365-Euro-Jahresticket geäußert.
SPD-Politiker Ulrich Maly hat erhebliche Zweifel am 365-Euro-Jahresticket geäußert.  © DPA

"Ein 365-Euro-Ticket in allen Verbünden würde alle bisherigen Karten, die es gibt, kannibalisieren, denn die sind alle teurer. Und insofern hätte man sicher mit dreistelligen Millionenverlusten in ganz Bayern zu rechnen", sagte Ulrich Maly (58, SPD) im radioWelt-Interview auf Bayern 2.

"Ich bin mir nicht sicher, ob solch ein Flatrate-Angebot das richtige Konzept ist", führte der 58-Jährige weiter aus.

An diesem Montag wollen Ministerpräsident Markus Söder (52, CSU) und Verkehrsminister Hans Reichhart (37, CSU) unter anderem mit kommunalen Spitzenverbänden, Kommunen und betroffenen Verbänden beraten, wie der Nahverkehr in Bayern verbessert werden soll.

Ziele der Staatsregierung sind mehr große Verkehrsverbünde in Bayern und 365-Euro-Jahrestickets in mehreren bayerischen Großstädten.

Schon heute zahlten Passagiere bei weiteren Fahrten für einen Kilometer weniger, sagte Maly dem Bayerischen Rundfunk weiter. Aber er wisse nicht, ob es letztlich korrekt sei, "dass man bei 60, 70 Kilometern Anreise genauso viel zahlt wie der, der im jeweiligen Stadtverkehr fährt".

Daher schlägt der Oberbürgermeister eine entfernungsabhängige Komponente vor. "Und natürlich muss der Vielfahrer belohnt werden", machte Mal deutlich.

Staatsregierung hat Plan: Der öffentliche Personennahverkehr soll in Bayern verbessert werden.
Staatsregierung hat Plan: Der öffentliche Personennahverkehr soll in Bayern verbessert werden.  © DPA

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema München Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0