So viele Menschen brauchen in München einen zweiten Job zum Leben

München - Immer mehr Menschen im Freistaat haben nach Gewerkschaftsangaben einen Zweitjob.

Kellnern für die Haushaltskasse: Viele brauchen in Bayern einen zweiten Job.
Kellnern für die Haushaltskasse: Viele brauchen in Bayern einen zweiten Job.  © Axel Heimken/dpa

In München seien mehr als 80.000 Arbeitnehmer betroffen, in Nürnberg seien es mehr als 27.000, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hervorgeht.

Viele würden mit einem zusätzlichen Minijob die Haushaltskasse aufbessern. Gerade Zweitjobs bei Restaurants, Gaststätten oder Hotels seien in den bayerischen Landkreisen beliebt, teilte die NGG mit Verweis auf Angaben der Arbeitsagentur mit.

Teilweise habe sich die Zahl der Zweitjobber in dieser Branche von 2009 bis 2019 verdoppelt.

Innerhalb der zehn Jahre sei die Zahl der Zweitjobber in München um 45 Prozent gestiegen, hieß es. Auch in Augsburg und Würzburg hatten mehr Menschen einen Zweitjob. Den größten Anstieg der Zweitjobber verzeichnet die NGG im Landkreis Bayreuth mit 71 Prozent.

Die zusätzliche Arbeitsbelastung gehe meist auf Kosten von Familie, Freunden und der Freizeit, kritisierte ein NGG-Sprecher. Außerdem schade sich die Gastrobranche mit dem Rückgriff auf Minijobber selbst: "Minijobber können keine Hotelfachleute ersetzen".

Vielmehr müsse man die Arbeit im Gastgewerbe für Vollzeitarbeitskräfte attraktiver gestalten und mit Reformen die generelle Arbeitsmarktpolitik umgestalten.

Die Zahl der Mehrfachbeschäftige hat in ganz Deutschland zugenommen.
Die Zahl der Mehrfachbeschäftige hat in ganz Deutschland zugenommen.  © dpa/ Bundesagentur für Arbeit

Titelfoto: Axel Heimken/dpa


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