Psychisch kranke Mutter lässt gesundes Kind künstlich Ernähren

Wichita Falls (USA) - Die psychisch kranke Mutter Megan Gee aus Texas soll ihren völlig gesunden Sohn (4) medizinisch misshandelt haben. Sie ließ ihn wegen Krankheiten behandeln, die er gar nicht hatte. In der Zeit des Missbrauchs wurden ihm 77 Medikamente verschrieben.

Megan Gee brachte ihren Sohn 227 Mal wegen eingebildeter Krankheiten zu unterschiedlichen Ärzten. (Symbolbild)
Megan Gee brachte ihren Sohn 227 Mal wegen eingebildeter Krankheiten zu unterschiedlichen Ärzten. (Symbolbild)  © dpa/Ole Spata

Warum der kleine Junge das alles über sich ergehen lassen musste? Nicht er war krank, sondern seine Mutter. Die leidet an dem Münchhausen-Syndrom. Eine psychische Erkrankung, durch die Eltern ständig Krankheiten ihrer Kinder erfinden oder sogar verursachen, diese dann ärztlich behandeln zu lassen.

Megan leidet scheinbar an einer sehr ausgeprägten Form. Regelmäßig suchte sie mit ihrem Sohn zwischen 2016 und 2017 verschiedene Ärzte auf und behauptete meist, ihr Sohn leide unter Durchfall und Erbrechen, so der "Star Telegram".

Während seiner Leidensgeschichte soll er 227 Mal zu unterschiedlichen Ärzten gebracht worden sein. Insgesamt wurden ihm in der Zeit wohl 77 Medikamente verschrieben.

Denn die Ärzte glaubten der überzeugenden Mutter, dass ihr Sohn krank sei.

Auch wenn unterschiedlichste Tests der Ärzte stets negativ ausfielen, behandelten sie den Jungen trotzdem.

Den Höhepunkt erreichte die kranke Mutter dann wohl, als sie behauptete, der 4-Jährige würde nicht mehr essen. Die einzige Lösung: künstliche Ernährung. Der Kleine wurde operiert, um dann über einen Schlauch fortan ernährt zu werden. Dass zu der Zeit schon gegen die psychisch kranke Mutter ermittelt wurde, wusste die behandelnde Ärztin Dr. Lyn Hunt nicht.

Aber wie konnte es so weit kommen? Zu den "falschen Behandlungen" kam es deshalb, weil sich besonders Kinderärzte, bei denen sich die kleinen Patienten selbst schlecht äußern können, auf die Aussagen der Eltern über das, was mit ihrem Kind los ist, verlassen müssen, erklärt Dr. Hunt. "Und wenn der Elternteil nicht ehrlich ist, dann macht man Dinge, die nicht notwendig sind, um dem Kind zu helfen."

Als das Kind nach einem erneuten Krankenhausaufenthalt von seiner Mutter getrennt wurde, und für einige Zeit in Pflege kam, verschwanden die angeblichen Symptome.

Ende September wurde sie in Wichita Falls auf Verdacht verhaftet, aber gegen eine Kaution von umgerechnet über 22.000 Euro auf freien Fuß gesetzt.


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