Assad-Verwandte als Flüchtling in Deutschland anerkannt

Baschar Al-Assad ist seit 2000 Staatspräsident Syriens und höchst umstritten in seiner Funktion.
Baschar Al-Assad ist seit 2000 Staatspräsident Syriens und höchst umstritten in seiner Funktion.  © DPA

Münster - Eine entfernte Verwandte des syrischen Machthabers Baschar Al-Assad ist in Deutschland als Flüchtling anerkannt. Das Verwaltungsgericht Münster veröffentlichte am Mittwoch eine entsprechende Entscheidung von Anfang Dezember.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte Anfang 2017 den Asylantrag der Frau abgelehnt und auf einen zumutbaren Aufenthalt im Libanon verwiesen.

Dagegen hatte die 47 Jahre alte Frau mit syrischem und libanesischem Pass geklagt. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie im Kreis Warendorf (Az.: 8a K 925/17.A, nicht rechtskräftiges Urteil vom 5. Dezember).

Nach Ansicht des Gerichts muss die Frau bei einer Rückkehr mit Verfolgung rechnen. Sie sei besonders gefährdet.

Die Klägerin war seit 1993 mit einem Cousin des heutigen Präsidenten verheiratet. Ihr Mann hatte laut Gericht in der syrischen Armee eine führende Rolle und kam 2014 unter nicht geklärten Umständen ums Leben.

Ihr Sohn sitzt seit Januar 2016 wegen Mordes im Gefängnis, sie selbst wurde im September 2015 in ihrem eigenen Haus angeschossen. Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts ist die Frau auch in Syriens Nachbarland Libanon nicht sicher vor Verfolgung.

Titelfoto: DPA


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