100.000 Euro Lösegeld! Überraschung im Stiftskreuz-Prozess

Im Februar tauchte das geklaute Kreuz wieder auf.
Im Februar tauchte das geklaute Kreuz wieder auf.  © DPA

Münster - Bei der Wiederbeschaffung des einst gestohlenen wertvollen Reliquienkreuzes einer Kirche im Münsterland sind nach Angaben des Bistumsanwalts 100.000 Euro Lösegeld geflossen.

Das habe Jürgen Römer, Vertreter des Bistums Münster, zur Überraschung der Strafkammer am Dienstag im Zeugenstand ausgesagt, sagte ein Sprecher des Landgerichts Münster am Mittwoch. Dort läuft seit Anfang des Monats der Prozess gegen einen mutmaßlichen Komplizen von drei bereits zu Haftstrafen verurteilten Dieben.

Bislang hatte das Bistum Münster öffentlich angegeben, durch den Hinweis des Angeklagten sowie "detektivische Feinarbeit" wieder in den Besitz des 2013 verschwundenen, fast 1000 Jahre alten Borghorster Stiftskreuzes gelangt zu sein. Es war Mitte Februar als wiederaufgetaucht präsentiert worden (TAG24 berichtete).

Laut Gerichtssprecher berichtete der Anwalt jetzt, 100.000 Euro der Versicherung in einer Tasche an den Verteidiger des Angeklagten gegeben zu haben. Im Gegenzug habe er das Kreuz erhalten. Den weiteren Weg des Lösegeldes kennt der Bistumsanwalt laut seiner Aussage nicht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 42-jährigen Angeklagten aus Bremen vor, der Auftraggeber des Diebstahls gewesen zu sein. Dieser bestreitet das und gibt an, lediglich durch gute Kontakte bei der Wiederbeschaffung mitgewirkt zu haben.

UPDATE, 13.50 Uhr: Von der Lösegeld-Zahlung für das wertvolle Borghorster Stiftskreuz ist das Bistum Münster nach eigenen Angaben überrascht worden.

"Weder wusste das Bistum zuvor von dem Geld, noch war das mit dem Bistum abgesprochen", betonte ein Bistumssprecher am Donnerstag. Vielmehr habe es sich um eine Absprache zwischen Versicherung und beauftragten Anwalt gehandelt.

Titelfoto: DPA


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