Hunderte Euro für ein paar Körbe! Single-Börse kassiert knallhart ab

Das wollte Peter S. Nun sitzt er auf den Kosten des Premium-Abos fest. Obwohl er rechtzeitig kündigte.
Das wollte Peter S. Nun sitzt er auf den Kosten des Premium-Abos fest. Obwohl er rechtzeitig kündigte.  © DPA

Münster - Auf Tinder nach willigen One Night Stands suchen? Peter S. war es leid. Und auch in einer Bar oder an der Supermarktkasse entwickelte sich der heiße Blickkontakt nicht zur Beziehung auf Lebenszeit. Der Finanzberater aus Münster meldete sich bei Parship an. Ein großer Fehler, wie sich nach nur wenigen Tagen herausstellen sollte.

„Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship“ - leider nicht Peter S.

Im April schloss er das "Premium Classic"-Abo ab: Damit sollte es gelingen. Das Portal wirbt mit unbegrenzter Kommunikation, die Suche nach einem Partner in der unmittelbaren Umgebung, Interessenfilter und noch viel mehr.

Doch alles brachte nichts. Wie test.de berichtet, war Peter S. schon nach wenigen Tagen und neun geknüpften Kontakten enttäuscht. Denn von allen vorgeschlagenen Damen kassierte er einen Korb. Und das für 523,95 Euro im Jahr? Nein, sagte sich der Single-Mann und machte von seinem Widerrufsrecht Gebrauch.

Online-Verträge können bis zu 14 Tage nach Abschluss wieder gekündigt werden. Auch der mit der Single-Börse Parship. Leider mit einem großen Haken!

Jeder Kontakt kostet quasi Geld. Auch wenn die Antwort der begehrten Dame ein Korb ist.
Jeder Kontakt kostet quasi Geld. Auch wenn die Antwort der begehrten Dame ein Korb ist.  © 123RF

Denn Peter S. sollte nur ein Viertel seines per Vorkasse geleisteten Jahresbeitrages wiederbekommen.

Schwarz auf Weiß: 392,96 Euro für neun Mal "Nein" bezahlen. Er habe das Portal ja schließlich auch genutzt, solle nun einen "Wertersatz" leisten.

Dass man auf einem Teil der Kosten sitzen bleibt, ist rechtlich geregelt und auch erlaubt. Doch so viel Geld?

Parship sieht es so: Die Aufgabe des Portals ist es, seinen Kunden in einer gewissen Abo-Laufzeit „die Kontakt­aufnahme zu einer bestimmten Anzahl möglichst genau passender potenzieller Lebens­partner“ zu ermöglichen. Bei einer Jahresmitgliedschaft, so wie sie Peter S. abgeschlossen hat, wären das im Durchschnitt sieben Frauen. Er hatte schon nach wenigen Tagen neun Vorschläge "in der Tasche". Dass daraus nichts wird, dafür kann Parship ja nichts.

Nur wenn Peter S. nicht mit den Damen geschrieben hätte, könne er mit 100 Prozent Rückzahlung rechnen. Und "Kontakt haben" bedeutet bei der Singlebörse eben auch, einen Korb zu kassieren.

Peter S. ist studierter Jurist und will nun gegen Parship vorgehen, hat Klage gegen das Hamburger Unternehmen eingereicht. Es ist nicht das erste Mal, dass ein enttäuschter Single Klage einreicht. In mehreren Fällen waren die Kunden auch erfolgreich.

Auch ein Anwalt rechnet sich gute Chancen für Peter S. aus. Bleibt nur zu hoffen, dass er bald auch ohne Parship gute Chancen bei der Frauensuche hat...


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