Zwischen Kinderwunsch und Suizid: Neuer Wilsberg-Krimi wird emotional

Münster – Der Name führt komplett in die Irre. Der neue Wilsberg-Krimi "Minus 196 Grad" müsste eigentlich "Zeit der Gefühle" heißen.

Wilsberg (Leonard Lansink, l) ermittelt am 2. März wieder mit seinen Kollegen Anna Springer (Rita Russek, M) und Overbeck (Roland Jankowsky, r).
Wilsberg (Leonard Lansink, l) ermittelt am 2. März wieder mit seinen Kollegen Anna Springer (Rita Russek, M) und Overbeck (Roland Jankowsky, r).  © DPA

Und diesmal nicht, weil Privatschnüffler Georg Wilsberg (Leonard Lansink) mal wieder mit Kommissarin Springer (Rita Russek) zarte Bande knüpft, sondern weil der sonst depperte Kripo-Clown Overbeck (Roland Jankowsky) Vatergefühle entwickelt und Rechtsanwältin Alex (Ina Paule Klink) sich in einen Mandanten verknallt.

Klingt mehr nach Komödie als nach Hochspannung. Dieser ZDF-Samstagskrimi (2. März, 20.15 Uhr) ist beste kurzweilige Unterhaltung und überrascht mehrmals mit ganz neuen Seiten der bekannten Charaktere.

Die Auftritte von Overbeck und Rechtsanwältin Alex gehören zu einem verworrenen Krimiplot: Es geht um ein Familiendrama, um Kinder aus künstlicher Befruchtung und um bei Minus 196 Grad tiefgefrorene Eizellen.

Wer dann wen gemeuchelt hat, kommt doch überraschend, zumal auch Ekki (Oliver Korittke) in Lebensgefahr gerät - auch wenn das seine Familie zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht interessiert.

Doch kein Selbstmord?

Schauspieler Leonard Lansink sicherte sich am Samstagabend mit "Wilsberg" die besten Einschaltquoten.
Schauspieler Leonard Lansink sicherte sich am Samstagabend mit "Wilsberg" die besten Einschaltquoten.  © DPA

Das Mordopfer (Ann-Kristin Leo) hat nur einen Kurzauftritt. Die Frauenleiche landet bereits nach wenigen Augenblicken im Aasee in Münster.

Die Spuren führen zu einer Kinderwunschklinik mit Arzt Dr. Thorsten Friedrichs (Manuel Rubey) und zum Ehemann des Mordopfers (Simon Böer).

Die größte Trauer trägt die Schwester des Mordopfers (Julia Brendler). Sie glaubt auch nicht an den Selbstmord. Wer bekämpft schon erfolgreich den Krebs, bringt sich dann um und lässt ein kleines Mädchen zurück? Undenkbar.

Dass sich Ekki mit dem Altkleidersammler Arthur Sandfort (Simon Hatzl) anlegt, gehört zum Wirrwarr dieses Krimis und muss am Ende erfolgreich entflochten werden.

Die Auflösung dieses Erzählstranges aber ist dann - auch für einen Wilsberg-Krimi - doch etwas zu sehr an den Altkleidern herbeigezogen.

Titelfoto: DPA

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