TSG 1899 Hoffenheim mit Transferkracher: Munas Dabbur kommt in die Bundesliga!

Sinsheim - Was für ein Coup der TSG 1899 Hoffenheim! Die Kraichgauer haben sich die Dienste von Mittelstürmer Munas Dabbur vom FC Sevilla gesichert. Die kolportierte Ablösesumme soll laut "kicker" bei zwölf Millionen Euro liegen.

Munas Dabbur (r.) spielte bis Sommer 2019 für RB Salzburg.
Munas Dabbur (r.) spielte bis Sommer 2019 für RB Salzburg.  © dpa/Kerstin Joensson/AP

Das gab der Verein am Dienstag bekannt. Der Angreifer unterschreibt bei der TSG einen langfristigen Vertrag bis zum 30. Juni 2024.

1899-Direktor Profifußball Alexander Rosen erklärt, warum er so begeistert von dem Transfer ist: "Munas ist ein klasse Stürmer – agil, reaktionsschnell, mit präzisem Timing, guter Technik und gefährlichem Abschluss."

Dessen Qualitäten waren aber nicht nur deshalb gefragt: "Darüber hinaus ist er ein starker Typ und spricht hervorragend deutsch, was eine schnelle Integration sicher erleichtern wird."

Hoffenheim hatte durch den langfristigen Ausfall von Ishak Belfodil (Knieoperation) noch einmal Handlungsbedarf gesehen und begünstigt von einer außergewöhnlichen Marktchance sei dieser Transfer nur möglich geworden, heißt es in der TSG-Meldung weiter.

Auch Trainer Alfred Schreuder freut sich auf den Neuzugang: "Munas ist ein besonderer Fußballer, der mit seinem Potenzial und seiner internationalen Erfahrung sicher zu einer Bereicherung für unser Spiel werden wird."

Der in Nazareth geborene Israeli sagte: "Ich freue mich sehr, dass der Transfer zur TSG geklappt hat. Hoffenheim ist ein spannendes Team in einer der stärksten Ligen der Welt, so der 27-Jährige, der hinzufügte: "Ich habe Hoffenheim in den vergangenen Jahren als einen Klub wahrgenommen, in dem sich Fußballer hervorragend weiterentwickelt haben, und verspüre große Lust, meinen Teil zu der Erfolgsgeschichte dieses Klubs beizutragen."

Munas Dabbur wurde bei RB Salzburg zweimal Torschützenkönig

Munas Dabbur (l.) absolvierte bislang 21 Länderspiele für Israel (sieben Tore).
Munas Dabbur (l.) absolvierte bislang 21 Länderspiele für Israel (sieben Tore).  © dpa/Herbert Pfarrhofer/APA

Für 1899, aber auch für die 1. Bundesliga ist dieser Transfer klasse. Denn Dabbur ist ein Mittelstürmer mit einer eingebauten Torgarantie!

Fußballfans wird er vor allem aus seiner Zeit bei RB Salzburg ein Begriff sein. Dort erzielte er in 128 Spielen stolze 72 Treffer und legte 31 Tore direkt auf, wurde in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils Torschützenkönig, dreimal in Folge Österreichischer Meister, holte zweimal den Pokal und wurde 2018/19 zum Spieler der Saison gewählt.

Folgerichtig war der Transfer in eine größere Liga. Für 17 Millionen Euro Ablöse holte ihn Sevilla, wo er aber nur selten zum Einsatz kam. In der spanischen LaLiga brachte er es nur auf zwei Spiele, in denen er gerade mal 24 Minuten auf dem Platz stand.

Dass er nichts von seiner Qualität vor dem Tor verlernt hat, bewies seine Quote in der Europa League. Da traf er in sechs Spielen dreimal und legte zwei Tore direkt auf.

Doch die Konkurrenz beim war mit Luuk de Jong und Javier Hernandez "Chicharito" groß, weshalb er unter Trainer Julen Lopetegui nicht wie gewünscht zum Zug kam und eine vorzeitige Trennung für alle Seiten Sinn ergibt.

Munas Dabburs wurde mit Maccabi Tel Aviv zweimal Meister in Israel

Munas Dabbur (l.) glänzte in Österreich und der Schweiz mit beeindruckenden Torquoten. Hier behauptet er sich im Länderspiel gegen Julian Baumgartlinger.
Munas Dabbur (l.) glänzte in Österreich und der Schweiz mit beeindruckenden Torquoten. Hier behauptet er sich im Länderspiel gegen Julian Baumgartlinger.  © dpa/Guenter R.Artinger/AP

Bei Hoffenheim könnte er nun mit seiner herausragenden Qualität und zusätzlichen Motivation, endlich wieder Stammspieler zu sein, sofort einschlagen.

Wenn Dabbur trifft, dürfte auch sein Selbstverständnis schnell wieder zurückkommen. Denn er machte früh in seiner Karriere auf sich aufmerksam.

Bei Maccabi Ahi Nazareth ausgebildet wechselte er schon in der U19 zum israelischen Top-Klub Maccabi Tel Aviv, wo er schnell Profi wurde, in zweieinhalb Jahren auf 78 Einsätze (23 Tore, neun Vorlagen) kam und zweimal die Meisterschaft holte (2012/13 sowie 2013/14).

Anschließend verließ er sein Heimatland und schloss sich für 400.000 Euro Ablöse am 6. Februar 2014 dem Grasshopper Club Zürich an, wo er in der Saison 2015/16 erstmals Torschützenkönig wurde (19 Tore). Mit satten 56 Treffern und 28 Vorlagen in 105 Spielen weckte er das Interesse größerer Vereine.

Er schloss sich für fünf Millionen Euro Ablöse im Juli 2016 Salzburg an, wurde aber noch ein Jahr an die Grashoppers ausgeliehen, ehe 2017 seine große Zeit in Österreich begann. Wenn er in Hoffenheim wieder an diese Phase anknüpfen kann, ist er nicht nur für 1899, sondern auch für die Bundesliga ein Gewinn.

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