Anzeige nach Absage von Feine-Sahne-Fischfilet-Film

Kiel/Lübeck - Die Absage der Dokumentation "Wildes Herz" über "Feine Sahne Fischfilet" ist nun ein Fall für den Staatsanwalt. Schleswig-Holsteins Kultusministerin Karin Prien (CDU) hat am Freitag Strafanzeige erstattet.

Sänger Jan "Monchi" Gorkow (rechts) und Christoph Sell von der Punkband Feine Sahne Fischfilet
Sänger Jan "Monchi" Gorkow (rechts) und Christoph Sell von der Punkband Feine Sahne Fischfilet  © DPA

Sie habe sich dazu entschlossen, nachdem Veröffentlichungen im Internet einen möglichen direkten Zusammenhang der massiven Drohungen mit Personen aus rechtsextremistischen Kreisen im Schulumfeld und der AFD nahelegten, sagte Prien. "Das muss aufgeklärt werden."

Die Staatsanwaltschaft Lübeck bestätigte den Eingang der Anzeige. "Wir haben aber auch von uns aus bereits am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet", sagte die Oberstaatsanwältin Ulla Hingst.

Am Freitag meldete sich auch Feine Sahne Fischfilet zu Wort. "Wenn die gleichen Leute, die durchdrehen und in jedem Flüchtling einen Terroristen sehen, abfeiern, dass Neonazis Bombendrohungen verschicken, dazu aufrufen Kinos hochzujagen (...)", schrieb die Gruppe in einem Facebook-Eintrag.

Und fuhr fort: "Dann weiß man, wie sehr all diesen AFD-Fans doch aufrichtigst das "Wohl der Kinder" am Herzen liegt und was für erbärmliche Lappen es sind."

Das Konzert in Chemnitz musste wegen einer Bombendrohung unterbrochen werden.
Das Konzert in Chemnitz musste wegen einer Bombendrohung unterbrochen werden.  © DPA

Am Donnerstagabend war auch ein Konzert der Band in Chemnitz nach einer Bombendrohung zunächst abgebrochen und geräumt worden. Nachdem der Veranstaltungsort von der Polizei überprüft worden war, fand der Auftritt verspätet doch noch statt.

Rechte Gruppierungen hatten zuvor in sozialen Netzwerken gegen das Konzert mobil gemacht. Die Punkband gilt als umstritten: Sie war vor einigen Jahren wegen Gewaltaufrufen gegen Polizisten im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern genannt worden.

Der Dokumentarfilm von Regisseur Charly Hübner sollte im Rahmen der Schulkinowoche Ende November auch in Bad Schwartau gezeigt werden. Nach massiven Drohungen gegen das Kino und Schulverantwortliche wurde die Vorstellung aus Sicherheitsgründen abgesagt (TAG24 berichtete).

Das Ministerium organisiere derzeit eine Ersatzvorführung mit anschließender Diskussion mit Schülern, an der auch die Ministerin teilnehmen werde, teilte das Ministerium mit.

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