"Viva la Bernie": Fettes Brot lässt runden Tisch platzen

Hamburg - Die Never-Ending-Story um den Künstler-Hof "Bernie" im Hamburger Stadtteil Altona geht weiter. Ein geplanter runder Tisch am Mittwoch im Bezirksamt Altona wurde abgesagt.

Die Musiker Fettes Brot wehren sich als Mieter gegen die Berliner Investoren.
Die Musiker Fettes Brot wehren sich als Mieter gegen die Berliner Investoren.  © DPA

Eigentlich sollte es ein vertrauliches Gespräch zwischen Vermietern und Mietern werden, doch die Hip-Hop-Band Fettes Brot, die selber Mieter sind, hatten eine andere Idee.

Auf ihrer Facebook-Seite riefen die drei Musiker zu Protesten auf.

"Kommt, um der Stadt und den Investoren zu zeigen, wer über die Zukunft unserer Stadt entscheidet", hieß es in ihrem Aufruf.

Die Musiker forderten die Teilnehmer auf, Transparente und gute Laune mitzubringen. "Was wir wollen: den Hof für immer und alle Zeiten dem Spekulationsmarkt entziehen. Für ein sicheres und angstfreies Wohnen und Arbeiten."

Der runde Tisch sollte eigentlich eine Lösung im Streit um das Künstlerquartier finden. Aufgrund des Demo-Aufrufs der Band sagte das Bezirksamt Altona ihn aber ab.

Die Eigentümer, Christoph Reschke und Alexander Möll aus Berlin, stimmten zu. Durch den Aufruf hätten sie keinen konstruktiven, lösungsorientierten Austausch gesehen. Stattdessen bedauern sie das Verhalten der Mieter.

Die Band und die Mieter erhalten bei ihren Veranstaltungen eine große Unterstützung.
Die Band und die Mieter erhalten bei ihren Veranstaltungen eine große Unterstützung.  © DPA

Für einen neuen Gesprächstermin seien sie aber jederzeit bereit. "Wir wollten und wollen niemanden vertreiben, sondern den Verbleib der Hofgemeinschaft auf unserem Grundstück langfristig sichern. Unsere Hand bleibt deshalb ausgestreckt", sagte Miteigentümer Reschke.

Um eine Lösung herbeizurufen, hat das Bezirksamt Altona nun eine Mediation vorgeschlagen. Die Positionen beider Seiten seien noch zu weit auseinander, hieß es in der Begründung.

Die Mieter begrüßen diese Idee, hieß es in einer Stellungnahme des Vereins "Viva la Bernie". Sie fordern eine klare Ansage der Eigentümer, welche Rendite sie sich für den Hof vorstellen.

Und auch bei den Eigentümern stieß der Vorschlag der Mediation auf offene Ohren. "Die Eigentümer hoffen auf eine schnelle Rückkehr auf die Sachebene und einen neuen Anlauf zu vertraulichen, konstruktiven Gesprächen im Bezirksamt", hieß es in deren Stellungnahme.

Der Hintergrund des Streits liegt schon mehr als ein Jahr zurück, als Berliner Investoren das Grundstück kauften. Seitdem haben die Künstler im Quartier Angst vor der Verdrängung. Die Mieter, unter anderem Fettes Brot, starteten eine Sammel-Aktion für einen möglichen Rückkauf. Sie brachte ihnen sieben Millionen Euro ein.

Die Eigentümer wollen das Areal aber nicht verkaufen. Sie wollen den Werkshof für 25 Jahren an die Mietergemeinschaft vermieten - für 7,47 Euro pro Quadratmeter. Außerdem wollen sie den Mietern ein Vorkaufsrecht einräumen.

Prominente Hilfe: Auch die Musiker Jan Delay (links) und Sammy Deluxe setzen sich für den Erhalt des Künstlerquartiers ein.
Prominente Hilfe: Auch die Musiker Jan Delay (links) und Sammy Deluxe setzen sich für den Erhalt des Künstlerquartiers ein.  © DPA

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