Hass-Mails und Morddrohungen wegen Ausstellung zu muslimischer Mode

Frankfurt am Main - Die Schau war umstritten, aber für das Museum ein großer Erfolg: Am morgigen Sonntag (1. September) geht die Ausstellung "Muslim Fashion" im Frankfurter Museum Angewandte Kunst zu Ende. Das Museum schätzt, dass bis dahin rund 100.000 Besuche gezählt werden.

Diese Haute-Couture-Exponate sind in der Ausstellung "Muslim Fashions" im Frankfurter Museum Angewandte Kunst zu sehen.
Diese Haute-Couture-Exponate sind in der Ausstellung "Muslim Fashions" im Frankfurter Museum Angewandte Kunst zu sehen.  © Arne Dedert/dpa

Die Reaktionen seien "größtenteils und überwiegend positiv" gewesen, sagte der Direktor des Museums, Matthias Wagner K. der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Besucher haben die Aufregung im Vorfeld nicht verstanden. Sie haben verstanden, dass das Kopftuch nicht Thema dieser Ausstellung ist." Erfreulich viele muslimische Familien hätten den Weg ins Museum gefunden – "das war toll".

Frankfurt hatte die Schau über die Ausdrucksformen muslimischer Mode in aller Welt aus San Francisco übernommen. Konzipiert wurde sie von dem ehemaligen Frankfurter Museumsdirektor Max Hollein.

Anders als in den USA hatte es in Deutschland schon im Vorfeld heftige Kritik gegeben. Die Verantwortlichen machten sich zu "nützlichen Idioten des politischen Islam", seien "Handlanger von Frauenunterdrückung", lauteten einige der Vorwürfe.

Sicherheitsschleusen beim Museum Angewandte Kunst

Das Museum erhielt Hass-Mails, die bis zu Morddrohungen gingen. Auf Anraten der Behörden wurden Sicherheitsschleusen installiert – mit Leibesvisitation und Taschenkontrollen. "Das war eine Belastung fürs Haus", gibt Wagner K. zu. Nach etwa zwei Wochen wurden die Kontrollen zurückgefahren.

Drohungen gingen zunächst weiter ein, inzwischen habe sich die Lage aber beruhigt. Wagner K. führt das auf die vielen Veranstaltungen zu dem Thema zurück.

"Sie haben die unterschiedlichen Pole zusammengeführt." Gesellschaftlich sei die Ausstellung ein großer Erfolg: "Sie hat eine wichtige Diskussion ausgelöst und gezeigt, was ein Museum im 21. Jahrhundert leisten kann und muss."

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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