Muslime wollen auch in Dresden eine Moschee bauen

Dawood Majoka (43).
Dawood Majoka (43).

Von Alexander Bischoff

Dresden - Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde will auch in Dresden eine neue Moschee bauen. Derzeit suchen die Mitglieder nach einem geeigneten Grundstück.

Die „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ (AMJ) ist die älteste muslimische Organisaion auf deutschem Boden. Seit 1922 wuchs die Zahl ihrer Gemeinden in Deutschland auf derzeit 220 an. Die 40.000 Mitglieder sind größtenteils eingewanderte Pakistani.

Mit 80 Gläubigen hat Leipzig derzeit die größte Ahmadiyya-Gemeinde in Sachsen. Im Stadtteil Gohlis soll im September der Baubeginn für eine neue Moschee sein.

Doch auch in Dresden will die AMJ ein solches Zentrum bauen, wie Gemeindevertreter Mittwochvormittag erstmals verrieten.

Gemeinde-Sprecher Dr. Rashid Nawaz (44).
Gemeinde-Sprecher Dr. Rashid Nawaz (44).

„Wir haben in Dresden rund 60 Mitglieder und die möchten dort natürlich auch eine Moschee haben“, sagt Gemeinde-Sprecher Dr. Rashid Nawaz (44). Derzeit suche man in der Stadt nach einem geeigneten Grundstück. Doch das sei schwierig. „Die Grundstückspreise in Dresden sind ziemlich hoch und wir bauen ja nur mit Spenden“, nennt Dr. Nawaz das derzeit größte Problem.

Ist ein bezahlbares Areal gefunden, will die AMJ sofort eine Bauvoranfrage stellen. Vorbild für den Neubau in Dresden könnte dann die Leipziger Moschee sein, die mit einem Bauetat von 550 000 Euro eher bescheiden ausfällt.
Trotz knapper Baukasse wollen die Ahmadiyya-Muslime nicht auf ein Minarett verzichten. „Ein Minarett ist kein Machtsymbol sondern das Kennzeichen einer Moschee so wie ein Kirchturm Kennzeichen einer Kirche ist“, erklärt Dawood Majoka (43) von der deutschen AMJ-Organisation. Um weitere Missverständnisse, Vorurteile und Unklarheiten zu beseitigen, startet die AMJ nächste Woche eine große Info-Kampagne in Sachsen.

An Straßenständen, über Flyer-Aktionen und bei einer Islam-Ausstellung im Neuen Rathaus Leipzig wollen die Ahmadiyya-Muslime mit den Sachsen ins Gespräch kommen - auch zu kritischen Themen wie Terrorismus und die Rolle der Frau im Islam. „Ängste vor Muslimen abbauen“, nennt Majoka das Hauptanliegen der Kampagne.

Und sagt dann: „Wir wollen der schweigenden Mehrheit der friedlichen Muslime ein Gesicht geben.“
Die Kampagne startet am 26. April zunächst im Großraum Leipzig. Nach dem Fastenmonat Ramadan im Juni geht es dann nach Dresden.

Fotos: imago, dpa, Bischoff


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