Muslime protestieren gegen schwulen Kita-Erzieher

"Die sexuelle Orientierung eines Menschen hat niemanden zu interessieren. Für mich zählt seine Arbeit“, sagt die Kita-Leiterin. (Symbolbild)
"Die sexuelle Orientierung eines Menschen hat niemanden zu interessieren. Für mich zählt seine Arbeit“, sagt die Kita-Leiterin. (Symbolbild)  © DPA

Berlin - In einer Kita in Berlin prallen Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können. Weil eine Kita einen homosexuellen männlichen Erzieher eingestellt hat, gab es Proteste in Berlin-Reinickendorf.

Wie der Tagesspiegel schreibt, mehrten sich Proteste gegen die Anstellung eines schwulen Erziehers. Die Kita-Geschäftsführerin sagte: "Wir sind doch in Berlin, wir sind doch im 21. Jahrhundert, da geht doch so etwas nicht.".

Die Kita, in der der betroffene homosexuelle Erzieher arbeitet, betreut "mit einer Ausnahme nur Kinder von muslimischen Eltern".

Diese kommen aus dem arabischen Bereich, aus Russland, der Türkei und auch aus Rumänien. Angeblich setzen diese Eltern Schwule automatisch mit Kinderschändern gleich, schildert es der erwähnte Erzieher.

In jener Reinickendorfer Kita nun schaukelte sich das "schwule" Problem enorm hoch.

"Ein paar Eltern fühlten sich überrumpelt“, sagt die Geschäftsführerin. Widerstand formierte sich. „Wir wollen nicht, dass ein Mann unsere Kinder wickelt oder zur Toilette begleitet“, zitiert der Tagesspiegel die Erziehungsberechtigten weiter.

Bei einer Eltern-Versammlung empörten sich die Anwesenden. "Sie sagten, sie würden nicht mehr kommen, wenn man einen Homosexuellen einstelle", sagt die Geschäftsführerin. "Sie würden Unterschriften gegen seine Einstellung sammeln.“ Die anwesenden Erzieher waren ihrerseits empört.

Manche Eltern hätten ihre Kinder inzwischen in andere Einrichtungen gegeben.

"Sie gingen auch auf Druck der Geschäftsführerin." Diese hatte den Mann angestellt, "weil das Erzieherteam ihn wollte, weil er bei seiner Hospitanz einen guten Eindruck machte". "Die sexuelle Orientierung eines Menschen hat niemanden zu interessieren. Für mich zählt seine Arbeit“, sagt die Kita-Leiterin. Eine Ablehnung aus "sexuellen" Gründen verstieße sowieso gegen das Gesetz.

Das war wohl der Grund, warum sich die Geschäftsführerin von den aufgebrachten Eltern trennte. Und dem Erzieher seinen Job gab.

Titelfoto: DPA


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