Muss denn dieser Kahlschlag sein?

Staats-Revierförster Tilo Stoll (40) sitzt mit einem Buchenblatt in der Hand vor einem Fichten-Baumstumpf.
Staats-Revierförster Tilo Stoll (40) sitzt mit einem Buchenblatt in der Hand vor einem Fichten-Baumstumpf.

Augustusburg - Wie die Axt im Walde: Augustusburger Bürger werfen dem Staatsbetrieb Sachsenforst völlig überzogene Maßnahmen vor.

Streitpunkt 1: die Abholzung 120 Jahre alter Fichten am Straßenrand zwischen Erdmannsdorf und Augustusburg. „Der Wald an der Straße war früher mal richtig dicht“, sagt Jörg Hammer (51), Betreiber des angrenzenden Ski- und Rodelhügels (Rost’s Wiesen).

„Die Fichtenabholzungen wurden zugunsten der Buchenkultur vorgenommen“, kontert Revierförster Tilo Stoll (40). Heißt: Die Fichten nahmen den vor 20 Jahren gepflanzten Buchen und Eichen Licht und Nährstoffe weg.

Stoll: „Ich muss eine bestimmte Anzahl von Bäumen in Verjüngung bringen, um nachhaltig zu bleiben.“ Sein Augustusburger Revier umfasst 300 Hektar. Stoll konnte seit seinem Amtsantritt 2013 bereits ein Plus von 11 000 Kubikmetern an neu gepflanzten Gewächsen erzielen.

„Dieser Weg war früher mal schmaler“, weiß Jörg Hammer (51). Abholzungen sorgten für seine Verbreiterung.
„Dieser Weg war früher mal schmaler“, weiß Jörg Hammer (51). Abholzungen sorgten für seine Verbreiterung.

Streitpunkt 2: die Waldwege. „Dieser hier war früher viel schmaler, jetzt ist er fast eine Straße“, sagt Pistenbetreiber Hammer, der sich um den Tourismus sorgt.

Staatsförster Stoll erläutert die Maßnahme 50 Meter neben der Drahtseilbahn-Station: „Auch hier werden alte Fichten gefällt, dafür pflanzen wir Douglasien.“

Diese mächtigen nordamerikanischen Kiefern benötigen Platz. Bis zu 60 Meter Höhe können sie in Europa erreichen.

Kahlschlag in Augustusburg: Der Staatsbetrieb Sachsenforst fällt alte Bäume. Augustusburger sind empört.
Kahlschlag in Augustusburg: Der Staatsbetrieb Sachsenforst fällt alte Bäume. Augustusburger sind empört.

Fotos: Sven Gleisberg


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0