Deutschland schmeißt Diplomaten russischer Botschaft aus dem Land!

Karlsruhe/Berlin - Der Generalbundesanwalt übernimmt die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Auftragsmord an einem Georgier in Berlin.

Am 23. August wurde ein Mann in Berlin-Moabit erschossen.
Am 23. August wurde ein Mann in Berlin-Moabit erschossen.  © dpa/Paul Zinken

Die Bundesanwaltschaft verfolgt den Anfangsverdacht, dass staatliche Stellen in Russland oder der autonomen Republik Tschetschenien dahinterstecken, wie die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte.

Außerdem weist die Bundesregierung nach dem mutmaßlichen Auftragsmord zwei russische Diplomaten aus.

Sie seien mit sofortiger Wirkung zu unerwünschten Personen erklärt worden, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in Berlin mit.

Russland reagiert auf Verdacht und Ausweisung

Russland will nach der Ausweisung von zwei russischen Diplomaten aus Deutschland ebenfalls Schritte einleiten.

Moskau sehe sich gezwungen, darauf zu reagieren, hieß es im russischen Außenministerium am Mittwoch in Moskau der staatlichen Agentur Tass zufolge. Das Vorgehen Deutschlands sei unfreundlich und unbegründet.

Zudem hat der Kreml jedwede mögliche Verwicklungen im Mord an einem Tschetschenen in Berlin als absurd zurückgewiesen. "Es gibt überhaupt keinen ernstzunehmenden Verdacht, und den kann es auch nicht geben", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Sotschi.

Russland will auf Ausweisung der Diplomaten schnell reagieren

Passanten gehen an der russischen Botschaft in Berlin-Mitte vorbei.
Passanten gehen an der russischen Botschaft in Berlin-Mitte vorbei.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Vermutung, es könne eine Verbindung zu den russischen Behörden geben, sei absolut unbegründet. Dies werde lediglich von deutschen Medien hochgespielt. "Das heißt aber nicht, dass es wirklich so ist", sagte Peskow russischen Agenturen zufolge.

Der Mann war am 23. August in einem kleinen Park in Berlin-Moabit von hinten erschossen worden. Sein Mörder hatte sich ihm auf einem Fahrrad genähert und auf Rücken und Kopf gezielt.

Update, 15.20 Uhr

Nach der Ausweisung kündigte Russland eine schnelle Reaktion an. Eine Antwort werde nicht lange auf sich warten lassen, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in Sotschi am Schwarzen Meer der Agentur Interfax zufolge.

Welche Schritte Moskau einleiten will und wann, ließ er aber offen. "Wir sind besonnene Menschen und werden erst einmal prüfen, was uns überhaupt zur Last gelegt wird", sagte der Spitzendiplomat.

Beamte der Spurensicherung sichern in einem Faltpavillon Spuren am Tatort.
Beamte der Spurensicherung sichern in einem Faltpavillon Spuren am Tatort.  © dpa/Paul Zinken

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