Mutmaßlicher IS-Kämpfer vor Gericht: Bislang kein Geständnis

Koblenz - Ein 27-jähriger Mann aus Syrien muss sich am Donnerstag (10.00 Uhr) vor dem Oberlandesgericht (OLG) Koblenz wegen der Anklage verantworten, vor seiner Flucht nach Deutschland für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft zu haben.

Der Angeklagte hat bisher kein Geständnis abgelegt (Symbolfoto).
Der Angeklagte hat bisher kein Geständnis abgelegt (Symbolfoto).  © DPA

Es ist der erste von drei solchen Prozessen, die im Januar vor dem OLG beginnen. Das Gericht verstärkt dafür seine Sicherheitsvorkehrungen.

Dem Angeklagten der ersten Hauptverhandlung wird vorgeworfen, sich 2014 in Syrien der IS angeschlossen zu haben.

Er soll sich an Gefechten in der syrischen Provinz Hasaka und in der irakischen Stadt Mossul beteiligt haben. Nach der Eroberung von Mossul soll er IS-Spitzel gewesen sein. Er hat laut OLG bislang kein Geständnis abgelegt. 26 Zeugen und drei Sachverständige sind vorerst geladen. Nach jetzigem Stand könnte der Prozess bis April oder Mai dauern.

Auch den zwei syrischen Angeklagten der beiden anderen Prozesse, die am 21. und 28. Januar vor dem OLG Koblenz beginnen, wirft die Anklage Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor der Einreise nach Deutschland vor.

Die jungen Syrer waren 2015 oder 2016 als Bürgerkriegsflüchtlinge in die Bundesrepublik gelangt und hatten zuletzt in Saarlouis gelebt. Im April 2018 wurden sie festgenommen.

Die Vorwürfe gegen sie hängen laut Generalstaatsanwaltschaft Koblenz nicht zusammen. Sie seien zufällig in dieselbe Unterkunft eingewiesen worden. Daher komme es zu keinem gemeinsamen Prozess. Hinweise, dass die Männer in Europa Anschläge geplant hätten, gebe es nicht.

UPDATE, 13.29 UHR: SYRER STREITET IS-MITGLIEDSCHAFT AB

Ein junger Syrer hat zu Beginn eines Koblenzer Prozesses den Vorwurf zurückgewiesen, vor seiner Flucht nach Deutschland für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft zu haben. "Ich habe mich an keinem Kampf beteiligt", sagte der 27-Jährige am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) laut einem Dolmetscher. "Das ist absurd."

Er sei von einem Zeugen aus seinem Heimatdorf, der inzwischen ebenfalls in Deutschland lebt, denunziert worden: "Das ist ein Lügner." Der Angeklagte ergänzte, er habe mit dem Zeugen einst in Syrien Streit um Felder und dann in Deutschland um 50 Euro gehabt.

Titelfoto: DPA


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