Mutter soll Kind (7) umgebracht haben: War das Mädchen wirklich sterbenskrank?

Colorado (USA) - Kelly Renee Turner (41) behauptete monatelang, ihr Kind sei sterbenskrank. 2017 verstarb ihre Tochter Olivia mit nur sieben Jahren. Am Freitag wurde die Mutter unter anderem wegen Mord verhaftet und angeklagt.

Kelly Renee Turner (41) schiebt ihre Tochter Olivia (†7) im Rollstuhl.
Kelly Renee Turner (41) schiebt ihre Tochter Olivia (†7) im Rollstuhl.  © Screenshot/Twitter/DerangedRadio

2017 ging die traurige Geschichte ihrer kleinen Tochter Olivia durch sämtliche lokale Medien. Das vermeintlich sterbenskranke Mädchen rührte viele Menschen und viele versuchten ihr zu helfen.

Das Krankheitsbild des Mädchens war schlimm. Autismus und Darmversagen sollen sie geplagt haben. Außerdem musste sie künstlich ernährt werden und bekam Medikamente gegen Epilepsie, so "abc NEWS".

Die besorgte Mutter sammelte Unmengen an Spenden über eine GoFundMe-Seite, um die hohen Behandlungskosten für ihre kranke Tochter zu stemmen. Umgerechnet über 20.000 Euro von 161 Spendern kamen so zusammen. Auch Hilfsorganisationen schalteten sich ein.

Zum Schluss ihres schmerzhaften und schwierigen Lebens, verlangte Olivias Mutter, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden sollten, da ihre Lebensqualität so schlecht sei.

Die Ärzte willigten ein und so verstarb Olivia mit nur sieben Jahren in einem Hospiz.

Alles nur Lug und Trug?

Kelly Renee Turner (41) ist unter anderem wegen Mord, Missbrauch und Betrug angeklagt.
Kelly Renee Turner (41) ist unter anderem wegen Mord, Missbrauch und Betrug angeklagt.  © Screenshot/Twitter/RajneetiNews

Jetzt, zwei Jahre später, wurde Kelly Renee Turner unter anderem wegen Mord, Misshandlung und Betrug angeklagt.

Unter Verdacht geriet die 41-Jährige, als sie mit ihrer zweiten Tochter zu einem Arzt ging und behauptete, sie leide an Krebs und sei deshalb auch schon behandelt worden.

Der Arzt wurde skeptisch und informierte sich, ob diese Diagnose der Wahrheit entspräche. Tat sie nicht. Das Kind war gesund. Natürlich wurden dadurch Zweifel laut, ob Olivia tatsächlich an einer unheilbaren Krankheit gelitten hatte.

Ende November 2018 wurden die Überreste der kleinen Oliva exhumiert und untersucht. Das Ergebnis: Keinerlei Hinweise auf die Krankheiten, die die Mutter ihrem Kind unterstellt hatte. Auch die offizielle Todesursache Darmversagen sei nicht richtig, so ein Pathologe.

Ein Jahr wurde der Fall untersucht, bevor die verdächtige Mutter am Freitag festgenommen wurde.

In der Anklageschrift heißt es unter anderem, sie habe "über die gesundheitlichen Probleme der Kinder gelogen und daher den Kindern möglicherweise Schaden zugefügt und/oder sie zu erheblichen medizinischen Eingriffen veranlasst." Außerdem habe die Verdächtige von der Aufmerksamkeit und den finanziellen Mitteln, die ihr zugeteilt wurden, profitiert.

Am Montag musste sie sich zum ersten Mal vor Gericht verantworten. Bis zur nächsten Verhandlung am 1. November bleibt sie ohne Kaution in Haft.

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