Nach 800 Leichen geht Frau Hennig in den Ruhestand

Polizeisprecherin Heidi Hennig (60) geht in Ruhestand. Doreen Göhler (30, l.) ist ihre Nachfolgerin, Mandy Kürschner (41, r.) wurde von ihr beraten.
Polizeisprecherin Heidi Hennig (60) geht in Ruhestand. Doreen Göhler (30, l.) ist ihre Nachfolgerin, Mandy Kürschner (41, r.) wurde von ihr beraten.

Von Bernd Rippert

Chemnitz - Die Polizei in Chemnitz verliert nicht ihre Seele, aber eine Seele von Mensch: Polizeihauptkommissarin Heidi Hennig (60) geht am Mittwoch in Ruhestand. Die gebürtige Karl-Marx-Städterin war 1991 Frau der ersten Stunde in der damals neuen Pressestelle.

„Sie ist ein Bollwerk der Polizei“, sagt Chefin Jana Kindt bewundernd. „Heidi ist zuverlässig, geduldig und hilfsbereit.“

Fast 25 Jahre Pressearbeit, da kommt was zusammen. „Ich habe 50 000 Meldungen aus dem Polizeialltag geschrieben“, sagt Heidi Hennig. „Vom einfachen Unfall bis zum grausamen Torsofund.“ So freundlich die Beamtin ist, Leichen pflastern ihren Dienstweg. Nicht, weil sie eine Super-Pistolenschützin in der Polizei ist. Nein, rund 800 Unfalltote, Verbrechensopfer und andere Sterbefälle hat sie in ihrer Arbeit erlebt.

Zur Volkspolizei ging Heidi Hennig 1974, kam nach der Wende zum Pressejob. Anfangs gehörte auch die Einstellungsberatung junger Leute zu ihren Aufgaben.

Eine ihrer ersten „Kundinnen“ war die junge Mandy Kürschner.

„Sie wollte zur Kripo. Ich musste ihr sagen, dass sie als Streifenpolizistin anfangen wird.“

Ab Mittwoch ist Frau Kürschner 41, Polizeirätin und Chefin des Reviers Südwest: „Heidi Hennig hatte recht, bei der Polizei wird es nie langweilig.“ Langweilig wird es für die Ruheständlerin auch nicht. Heidi Hennig wird ihre Tierliebe nutzen und „mich in einem Tierheim für Tierschutz einsetzen“.

Foto: Maik Börner


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