Zoff um Ski-Lift-Abriss in Oberwiesenthal

Von Daniela Möckel

Für die Springer geht's jetzt mit dem Shuttle zur Schanze.
Für die Springer geht's jetzt mit dem Shuttle zur Schanze.

Oberwiesenthal - Mehr als 50 Jahre war die alte Liftanlage an der Fichtelbergschanze aktiv. Vier Wochen vor dem jährlichen Sommer Grand Prix ließ die Stadt diese jedoch abreißen. Der Wintersportclub ist sauer.

Für die Athleten ist es der erste Wettkampf nach der Sommerpause, für Oberwiesenthal ein Aushängeschild. Der Sommerwettkampf der Nordisch-Kombinierten ist in jeder Hinsicht bedeutsam und die einzige internationale Veranstaltung am Fichtelberg.

Weil der Schanzenlift für rund 3,5 Millionen Euro (1,15 Millionen Mehrkosten inklusive) erneuert wird, findet das Event 2016 aber unter erschwerten Bedingungen statt.

"Die etwa 70 Sportler müssen mit Geländefahrzeugen zum Absprung gebracht werden. Das kostet pro Runde 20 Minuten Zeit und den Verein 10000 Euro mehr", erklärt WSC-Präsident Peter Riedel (53) sauer.

Zwar sei der Bau aus sportlicher und regionaler Sicht richtig, jedoch nicht zu diesem Zeitpunkt.

Mehr als 50 Jahre war der Skilift an der Fichtelbergschanze aktiv.
Mehr als 50 Jahre war der Skilift an der Fichtelbergschanze aktiv.

"Es geht hier um vier Wochen. Die Stadt hat nie das Gespräch mit uns gesucht. Wir sind mit der Organisation allein gelassen."

Oberwiesenthals Bürgermeister Mirko Ernst (48, FDP) wollte sich gegenüber Verein und MOPO nicht zum Abriss äußern. Enttäuschend für WSC-Boss Riedel.

"Ich habe mir seitens der Stadt und auch vom Bürgermeister selbst mehr erhofft. Im nächsten Jahr könnten Austragungsorte im Ausland bevorzugt werden."

Olympiasieger Eric Frenzel (27) sieht die Einschränkungen gelassen.

"Wir müssen auf die Zeit achten und dürfen unsere Shuttle nicht verpassen. Sonst sollte es keine weiteren Probleme geben. 10 000 Euro mehr für den Verein klingen aber schon nach viel Geld."

Fotos: action press, imago


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