Nach AfD-Eklat: Knobloch wird massiv bedroht, beschimpft und beleidigt

München - Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, wird nach dem AfD-Eklat im bayerischen Landtag nach eigenen Angaben massiv bedroht.

Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht zum Gedenkakt im Bayerischen Landtag. (Archivbild)
Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht zum Gedenkakt im Bayerischen Landtag. (Archivbild)  © DPA

"Seitdem erreichen mich beinahe im Minutentakt wüste Beschimpfungen, Drohungen und Beleidigungen per E-Mail und Telefon", sagte Knobloch der "Augsburger Allgemeinen".

"Die Gefahr, die von der Partei und ihren Anhängern für unsere freiheitliche Demokratie ausgeht, wird so überdeutlich und zeigt nur noch mehr, dass die Demokraten in unserem Land gegen sie zusammenstehen müssen."

Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern hatte die AfD am Vortag im bayerischen Landtag bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus kritisiert.

Abgeordnete der Rechtsaußen-Partei AfD verließen aus Protest demonstrativ den Plenarsaal (TAG24 berichtete).

Charlotte Knobloch: AfD verträgt die Wahrheit nicht

Landtags-Abgeordnete der AfD verlassen während der Rede von Charlotte Knobloch, den Saal. (Archivbild)
Landtags-Abgeordnete der AfD verlassen während der Rede von Charlotte Knobloch, den Saal. (Archivbild)  © DPA

Die AfD verträgt aus Sicht von Charlotte Knobloch die Wahrheit nicht. "Es gibt immer wieder solche Exzesse", sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die AfD trete selbst sehr laut auf - "und dann stehen die auf und gehen, wenn man denen mal die Wahrheit sagt".

Die AfD hatte am Vortag im bayerischen Landtag bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus für einen Eklat gesorgt.

"Diese sogenannte Alternative für Deutschland gründet ihre Politik auf Hass und Ausgrenzung und steht nicht nur für mich nicht auf dem Boden unserer demokratischen Verfassung", hatte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland gesagt.

"Wo sind die Wähler, die dieser Partei die Möglichkeit gegeben haben, so präsent zu sein?", fragte Knobloch am Tag danach. "Eine Partei, die sich so rechtsradikal darstellt, gehört nicht in ein gesetzgebendes Gremium."

Titelfoto: DPA

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